Viel Politprominenz bei Eröffnungsfeier von BBZ

Salenstein/TG. Am vergangenen Samstag fand am Bildungs- und Beratungszentrum Arenenberg (BBZ) die Eröffnungsfeier des neu gestalteten Berufsfeldes Musikinstrumentenbau statt.

Mit viel Politprominenz, spannenden Einblicken in den Berufsalltag und verschiedenen Attraktionen wie Bilderauktion und Kutschenfahrten wurde der Feiertag stimmungsvoll begangen.

Seit einem Jahr gehört der Bau und Unterhalt von Blasinstrumenten, Klavieren und Orgeln zu den Bildungsaufgaben am BBZ. Ursprünglich verfügte jede Fachrichtung des Bereiches Musikinstrumentenbau über eine eigene Berufsbildung. Die Lernenden besuchten Berufsschulen  an drei verschiedenen Standorten, die Blasinstrumentenbauer sogar in Deutschland. Mit der Umsetzung der neuen Berufsbildungsverordnung sind die Berufe «Blasinstrumentenbauer, Blasinstrumentenreparateur, Orgelbauer, Orgelpfeifenbauer und Klavierbauer» zum Berufsfeld «Musikinstrumentenbau EFZ» zusammengefasst worden.

Nationalrat Theophil Pfister strich in seiner Eröffnungsrede als Präsident der Interessengemeinschaft Musikinstrumentenbau (IGMIB) den Stellenwert der Qualität hervor – sowohl auf Ausbildungsseite, als auch in der Herstellung von erstklassigen Instrumenten: „Wir haben den Eröffnungsanlass bewusst auf den Zeitpunkt nach dem ersten Bewährungsjahr gesetzt, um einen praxisnahen Einblick geben zu können und über erste Erfahrungen zu verfügen.“ Die IGMIB ist eine Organisation der Arbeitswelt und ist zusammen mit Bund und Kantonen für die Ausbildung verantwortlich. Für Ursula Renold, Direktorin des Bundesamtes für Berufsbildung und Technologie (BBT), ist diese Verknüpfung mit der Praxis einer der Erfolgsfaktoren für ein leistungsstarkes Berufsbildungssystem. „Es werden Qualifikationen vermittelt, welche auf dem Arbeitsmarkt tatsächlich nachgefragt werden.“ Sie zeigte sich überzeugt, dass der Beruf des Musikinstrumentenbaus Zukunft hat, obschon er mit unter 50 Lehrverhältnissen zu den Kleinstberufen zählt.

Schweizerisches Kompetenzzentrum für Musikinstrumentenbau
Am BBZ Arenenberg finden die Auszubildenden eine ideale Infrastruktur vor. Davon konnten sich die Besucher gleich selbst überzeugen; in der Holzwerkstatt erlaubten zum Beispiel die Orgel- und Klavierbauer spannende Einblicke, bei den Lötkabinen durfte den Blasinstrumentebauern über die Schulter geschaut werden. Weil die rund 40 Lernenden aus allen Teilen der Schweiz kommen, wird der Unterricht in Form von neun Blockwochen und zusätzlichen mehrtätigen Praxiskursen (ÜK) angeboten. Lehrmeister André Philippe brachte an der Eröffnungsfeier die Sicht der Westschweiz ein: „Für die jungen Leute ist es eine grosse Chance, eine neue Region zu entdecken und sich in einer zweiten Landessprache zu verbessern“. Er hoffe, dass der neue, einzigartige Ausbildungs-Standort Arenenberg der Branche lange erhalten bleibe.
 

Tatsächlich stellt der zweisprachige Fachunterricht eine ganz besondere Herausforderung für die Lehrer dar. Auch die wichtigsten Reglemente und Schulmittel wurden in die französische Sprache übersetzt. Um eine fachlich zeitgemässe Ausbildung sicherzustellen, hat der Kanton Thurgau weitere finanzielle Investitionen in die Infrastruktur getätigt. Regierungsrätin Monika Knill war als Schlussrednerin dann auch ein wenig Stolz: „Für mich ist die Situation am BBZ Arenenberg einmal mehr ein Beispiel dafür, dass wir im „Kanton der kurzen Wege“ über besonders innovative und interdisziplinär denkende und handelnde Personen verfügen.

Weitere Informationen: www.arenenberg.ch

Thurgau / 14.09.2009 - 10:44:10
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