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«Versteckte Auflösung des Ortsbildschutzes»

Appenzell/AI. Kantonale Heimatschutzkommission hat «grosse Sorge um den östlichen Dorfeingang von Appenzell»

Die Heimatschutzkommission AI wehrt sich gegen die derzeit aufliegende Quartierplanung «Gringelstrasse»: Insbesondere kritisiert sie eine «versteckte Auflösung des Ortsbildschutzes». Sie plädiert für eine Erhaltung des Hauses «Brüggli». Noch bis zum 10. Dezember 2009 liegt der Quartierplan «Gringelstrasse» in Appenzell öffentlich auf. Der Quartierplan will es möglich machen, dass
1. das bestehende ehemalige Wohnhaus der Familie Mittelholzer an geschichtsträchtiger Dorflage mit dem einzigartig wunderschön gewölbten Keller aus dem 18. Jahrhundert abgerissen werden kann und
2. zwei grosse aber nicht ortsbildfreundliche Renditebauten (zwei Wohn- und Geschäftshäuser) mit einer unterirdischen Sammelgarage erstellt werden können.

Wozu Ortsbildschutzzone?
Besonders schöne und historisch bedeutsame Gebäude, Freiräume, Gebäudegruppen, Strassenzüge, Siedlungsteile oder Siedlungen werden – so heisst es – Ortsbildschutzzonen zugewiesen. In solch einer Schutzzone befindet sich das Quartierplangebiet «Gringelstrasse». Die Heimatschutzkommission versteht nicht, was mit der Ortsbildschutzzone in diesem Gebiet bezweckt wurde, wenn nun ein Quartierplan es ermöglichen soll, dass ein bedeutsames Gebäude abgerissen und durch Neubauten ersetzt werden kann, welche keinerlei Rücksicht auf ihre bauliche und landschaftliche Umgebung nehmen und das Ortsbild nachhaltig beeinträchtigen.
Repräsentativer Bau
Das bestehende Gebäude (Haus Brüggli) ist ein repräsentativer Bau mit klassizistischen appenzellischen Elementen, mit einer gut erhaltenen Bausubstanz und einem einzigartigen gewölbten Keller aus dem 18. Jahrhundert. Das Haus Brüggli fügt sich in seiner Massstäblichkeit und Volumetrie harmonisch in seine Umgebung ein und durch seine Stellung vor der Silhouette der Pfarrkirche Appenzell prägt es den Charakter des Dorfbildes massgeblich. Das Haus Brüggli definiert durch seine schräge Ausrichtung den Strassenraum und das Strassenbild der Weissbadstrasse und der Gringelstrasse und bildet den Übergang und Eingang von der unverbauten Landschaft in den alten Dorfkern.
Solche Bauten sind nicht nur für die Appenzeller Identität, sondern auch für den Tourismus von Wichtigkeit. Der Name Appenzell verkauft sich gut. Wir müssen aber auch in Zukunft etwas bieten.
Aus all diesen Gründen setzt sich die Heimatschutzkommission für den Erhalt der ortsbildprägenden Baute Haus Brüggli ein.

Gravierende Veränderung
Der Abbruch des bestehenden Gebäudes und der geplante Neubau von zwei viergeschossigen Wohn- und Geschäftshäusern verändert das bisher intakte und durchgrünte Ortsbild am östlichen Eingang zum Dorf gravierend. Mit vier Vollgeschossen werden ausgedehnte und zu hohe Neubauten ermöglicht, welche die ganze Dorfsilhouette einschliesslich der Häuserzeile der Konzerthalle, bis hin zur Dorfkirche, zur Schule Chlos/Kloster völlig abdecken und damit das intakte Ortsbild zerstören.
Um das intakte Ortsbild erhalten zu können, ist nebst einer guten Gestaltung der Baukuben auch die quartier-übliche Durchgrünung wichtig. Die neuen Baukörper verdrängen durch die Lage und die grossen Volumen die intakten Grünräume, welche die bedeutungsvolle Sicht auf Landschaft, Berge und Dorf garantieren.
Die bestehende Grünfläche hat nicht nur für das geschützte Bauernhaus Gringel eine wichtige Bedeutung, sondern auch für das ganze Quartier bis hin zum Kloster und Schloss.

Grosser «Wert» für das Dorf
Wir müssen uns selber gegenüber ehrlich sein. Einerseits rühmen wir ständig und überall das schöne Dorf Appenzell, preisen es als Bijou an und gleichzeitig demontieren wir Ecke um Ecke, Plätzchen um Plätzchen und machen grossen, «kalten» und unfreundlichen Bauten Platz.
Unserer Meinung nach darf das Haus Brüggli nicht abgerissen werden. Der spezielle historisch bedeutungsvolle Dorfeingang von der Weissbadstrasse her muss erhalten bleiben. Das öffentliche Interesse am Erhalt des intakten Orts- und Strassenbildes muss den privaten Interessen an einer möglichst hohen Rendite vorgehen.
Deshalb wehren wir uns gegen den aufgelegten Quartierplan «Gringelstrasse», gegen die versteckte Auflösung des Ortsbildschutzes und gegen den Abbruch des bestehenden Gebäudes. Wir machen dies sehr ungern, aber dem Dorf Appenzell und den kommenden Generationen zuliebe, müssen wir dies tun. Soviel muss uns das Dorf Appenzell Wert sein!
 
Heimatschutzkommission
Appenzell Innerrhoden

 

 

 

Appenzell InnerrhodenAppenzell Innerrhoden / 28.11.2009 - 08:09:16