Verkehrsunfälle: wie eine Epidemie
Am Sonntag, 18. November, findet der internationale Gedenktag für die Opfer des Strassenverkehrs statt.
«In zehn bis 15 Jahren sind die Verkehrsunfälle die drittgrösste Epidemie, mit mehr als zwei Millionen Toten und gegen 50 Millionen Schwerverletzten jährlich». Das ist das Fazit einer Studie, welche RoadCross aufgrund der Zahlen von Weltbank und WHO erstellt hat. Die Schweizer Stiftung für Unfallprävention und –Bewältigung will jetzt auch im Ausland aktiv werden.
Jedes Jahr kommen zur Zeit 1,3 Millionen Menschen im Strassenverkehr ums Leben und zirka 30 Milliionen werden schwer verletzt. Das sind 3600 Tote pro Tag, rund ein Drittel davon sind junge Menschen; alle drei Minuten stirbt weltweit ein Kind im Strassenverkehr.
Zum Vergleich: In allen kriegerischen Auseinandersetzungen werden jährlich 330 000 Menschen getötet. Der «Krieg auf der Strasse» fordert also heute schon viermal mehr Opfer. Und diese Zahlen werden gemäss der Weltgesundheitsorganisation rasant steigen: Nach 2020 sind jährlich über zwei Millionen Tote und gegen 50 Millionen Schwerverletzte zu erwarten – dies in Entwicklungs- und Transitionsländern; in den reichen Staaten mit gut ausgebauten Strassen und neuen Fahrzeugen wird die Zahl der Unfälle weiter sinken.
Zum menschlichen Leid kommen die ökonomischen Kosten dazu: Schon heute, so sagt die Weltbank, übertreffen die Folge-Kosten der Unfälle in den Entwicklungsländern die Gesamtheit der geleisteten Entwicklungsgelder (100 Milliarden US$ pro Jahr). Pro Land machen diese Kosten zwischen einem Prozent und 3,5 Prozent des Bruttoinlandproduktes aus. Stark betroffen sind vor allem Transitionsländer, wie zum Beispiel die neuen EU-Staaten in Osteuropa.
Die ökonomische Entwicklung und wachsender Wohlstand der (jungen) Menschen steht in direktem Verhältnis zum Anstieg des Individualverkehrs und führt somit zu stark erhöhten Unfallzahlen. RoadCross fordert von den Akteuren der Entwicklungs-Zusammenarbeit im Sinne der Kohärenz und Nachhaltigkeit, diesen Faktor zu berücksichtigen.
Weil der Strassenverkehr immer mehr Tote und Verletzte fordert, findet am kommenden Sonntag, 18. November, ein internationaler Gedenktag für die Opfer des Strassenverkehrs statt.



























