Verflixt und verflochten – Wir packen Herausforderungen an
SG. Regierungsrätin Heidi Hanselmann informierte beim traditionellen Jahresrück- und -ausblick über Geschäfte des Gesundheitsdepartements.
Von den Vorbereitungen für das kantonale Mammographie-Screening Programm, der Globalkreditanpassung über die Umsetzung des Geriatriekonzepts bis hin zum Einsatz für einen angemessenen Krankenkassenprämienanstieg.
Regierungsrätin Heidi Hanselmann, Vorsteherin des Gesundheitsdepartements, präsentierte mit dem traditionellen Rück- und Ausblick im Botanischen Garten wichtige Geschäfte des Gesundheitsdepartements. Zufälligerweise passend zur Jahresaustellung im Botanischen Garten „Verflixt und verflochten“, präsentiert sich zurzeit die Diskussion um den Krankenkassenprämienanstieg. Der Prämienanstieg ist nicht telquel mit den Gesundheitskosten gleichzusetzen. Vom prognostizierten Prämienanstieg von durchschnittlich 15 Prozent machen die effektiven Gesundheitskosten vier Prozent aus.
Die anderen elf Prozent sind auf zu tiefe Reserven und zu tiefe Prämien, die aus Wettbewerbsgründen angeboten wurden, zurückzuführen. Die Gesundheitschefin zeigte auf, dass die Bruttokosten der obligatorischen Krankenversicherung je versicherte Person im Kanton St.Gallen in den Jahren 2006, 2007 und 2008 jährlich zwischen 1,5 und drei Prozent angestiegen sind. Der grosse Prämienanstieg im Jahr 2010 von rund 15 Prozent steht somit in keinem Verhältnis zum Gesundheitskostenanstieg der Jahre 2006 bis 2008. Die Gesundheitskosten im Kanton St.Gallen waren in den letzten Jahren im Schweizer Vergleich klar unterdurchschnittlich und damit das auch in Zukunft so bleibt, werden entsprechende Vorkehrungen wie Stärkung der Hausarztmedizin, Leistungskonzentrationen in den Spitälern und Netzwerklösungen im Gesundheitswesen umgesetzt.
Lücken im Versorgungsangebot der Psychiatrie wurden behoben. So konnten in den letzten zwölf Monaten drei Psychiatriezentren eröffnet werden. Bestehende Angebote wurden ergänzt, zum Teil an einem neuen Standort. Mit den Psychiatriezentren Trübbach, Uznach und St.Gallen kann den Bedürfnissen der Patientinnen und Patienten noch besser entsprochen werden. Es steht nun für psychische Leiden ebenfalls ein Notfalldienst rund um die Uhr am Kriseninterventionszentrum in der Stadt St.Gallen zur Verfügung.
Das Geriatriekonzept des Kantons hat sich als gute Netzwerklösung bewährt. Durch seine Umsetzung besteht heute im Kanton ein flächendeckendes Netz von Geriatrischen Abteilungen in den Spitälern in Altstätten, Uznach, Wattwil in enger Zusammenarbeit mit der Geriatrischen Klinik in St.Gallen.
Der Kanton St.Gallen als Pionier führt noch in diesem Jahr als erster Deutschweizer Kanton ein qualitätskontrolliertes Mammographie-Screening-Programm zur Früherkennung von Brustkrebs ein. Die Vorbereitungen laufen unter der Federführung der Krebsliga, die zur Umsetzung einen Leistungsauftrag erhalten hat, auf Hochtouren. Im Spätherbst 2009 sollen die ersten Frauen zu einer Untersuchung im Rahmen des Früherkennungsprogramms eingeladen werden und davon profitieren können.
Im Weiteren hat der Kanton St.Gallen seine Vorbereitung in Bezug auf die Ausbreitung der Grippe H1N1 weiter angepasst. Die Abläufe und Kompetenzen sind klar geregelt. So können die erforderlichen Massnahmen je nach Ausbreitung und Gefährlichkeit einer Pandemie ergriffen werden.
Eine zentrale Aufgabe des Gesundheitsdepartements ist es, Rahmenbedingungen zu schaffen, die es den Spitälern und Kliniken ermöglichen, eine qualitativ hochstehende und kostengünstige Gesundheitsversorgung anzubieten. Aufgrund des über 10-jährigen Baumoratoriums besteht in den Spitälern des Kantons dringender Sanierungs- und Erneuerungsbedarf. Verschiedenen Bauvorhaben haben der Kanton und teilweise auch das Volk zugestimmt.
Abschliessend blickte Heidi Hanselmann auf ihr Präsidialjahr zurück: «Ich darf auf ein bewegendes Jahr als Präsidentin zurückblicken mit vielen spannenden Begegnungen, interessanten Erlebnissen und Aufgaben. Die gesteckten Ziele konnten wir erreichen.»
Aus aktuellem Anlass rief die Gesundheitschefin zum Blutspenden auf. Jedes Jahr im Sommer sind die Blutkonserven in unseren Spitälern eher knapp. Wegen des Ferienverkehrs häufen sich die Unfälle, so dass mehr Blutkonserven benötigt werden. Demgegenüber stehen weniger Spender wegen Ferienabwesenheiten. Blutkonserven sind aber nur 42 Tage lang haltbar. Deshalb braucht ein Spital laufend neues Blut, um seinen Bedarf zu decken.
Heidi Hanselmann schloss ihren traditionellen Rück- und Ausblick mit den Worten: «Bewegen lohnt sich, körperlich wie auch geistig.»



























