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Vereinsmarkt, urchige Klänge und Festakt

Herisau. Der neue Bundespräsident Hans-Rudolf Merz ist am Donnerstagnachmittag in seinem Wohnort Herisau feierlich empfangen worden. Wir haben die Bilder dazu.

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Merz, der amtierende Bundespräsident Pascal Couchepin und rund 200 Gäste waren am Nachmittag mit dem Extrazug nach Herisau gereist. Vereine, Schulkinder und über 2000 Menschen bereiteten dem am Mittwoch gewählten Bundespräsidenten einen warmen Empfang.

Mit Appenzeller Tradition empfingen ihn die Bewohnerinnen und Bewohner seines Heimatkantons und seiner Heimatgemeinde auf dem Obstmarkt im winterlichen Herisau. Die Musikgesellschaft Herisau hiess den strahlenden Magistraten mit dem Bundesrat-Merz-Marsch willkommen.

Heimat heisst Bodenhaftung
Nur 80 Tage seien seit dem Zusammenbruch von Merz vergangen, sagte der Herisauer Gemeindepräsidenten Paul Signer. «Die Besorgnis über seine Gesundheit war gross. Noch grösser ist jetzt unsere Freude, ihn als strahlenden Bundespräsidenten feiern zu dürfen», sagte Signer.

Heimat vermittle ihm Bodenhaftung, sagte Merz in seiner Rede an die Bevölkerung. Diese Bodenhaftung, die ihm Kraft gebe, habe er als Kind, als Berufsmann und als Politiker in Herisau erhalten. Auch heute bekomme er sie als Bundesrat und Mitbewohner immer wieder.

Finanzkrise als Chance
Kraft werde er für sein Amtsjahr brauchen, sagten die Festredner Bundespräsident Pascal Couchepin, der Ausserrhoder Landammann Jakob Brunnschweiler und Ständeratspräsident Alain Berset in der evangelischen Kirche.

«Wäre nicht die von Glitter durchflutete Weihnachtszeit, hätten wir es mit der düstersten Phase des Jahres zu tun», sagte Merz zur Jahreszeit und zur Finanzkrise. Als Optimist sehe er aber in der Finanzkrise vor allem eine Chance. «Es wird von jetzt an wieder aufwärts gehen», versprach er.

Zu seinen Aufgaben als Bundespräsident gehöre die Pflege des Kollegiums, sagte Merz. Unterschiedliche Meinungen und gute Zusammenarbeit schlössen einander nämlich nicht aus. Das gelte erst recht in schwierigen Zeiten.

Appenzellische Wurzeln
«Für uns ist deine Wahl schon fast ein Jahrhundertereignis», sagte der Ausserrhoder Landammann Jakob Brunnschweiler. Merz ist erst der zweite Bundespräsident aus Appenzell Ausserrhoden. Vor 71 Jahren hatte der freisinnige Johannes Baumann dieses Amt inne.

Trotz seiner Weltgewandtheit habe Merz seine appenzellischen Wurzeln nie vergessen. Immer wieder kehre er gerne in seine Heimat zurück, sagte Brunnschweiler. Seine Volksnähe habe nichts mit Anbiederung zu tun, sondern mit Respekt und Zuwendung zu allen Menschen.

Bad in der Menge
Nach der Feier in der evangelischen Kirche nahm Hans-Rudolf Merz ein Bad in der Menge. Er schüttelte Hände, hielt hier einen Schwatz, machte dort ein Witzchen und strahlte mit dem festlich geschmückten Obstmarkt um die Wette. Anschliessend schlenderte er durch den bunten Appenzeller-Markt, wo ihm sogar Hühner, Hasen, Ziegen, Kühe die Ehre erwiesen.

Für die geladenen Gäste ging der Abend beim offiziellen Empfang im Casino weiter. Für die Bevölkerung, die vom Kanton und der Gemeinde Herisau mit Verpflegung und Getränken versorgt wurde, dauerte die Feier dank der Freinacht bis in die frühen Morgenstunden.

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Appenzell AusserrhodenAppenzell Ausserrhoden / 11.12.2008 - 17:17:00