Veraltetes Polizeifunknetz wird erneuert
In den nächsten drei Jahren wollen die Sicherheits- und Rettungsorganisationen der Kantone SG, AR und AI sowie der Stadt St.Gallen ihre verschiedenen Funksysteme erneuern und gleichzeitig auf eine gemeinsame Basis stellen.
Die Regierungen der drei Kantone sowie die Stadt St.Gallen haben sich für den gemeinsamen Aufbau eines Teilnetzes «Polycom SG-AR-AI» auf dem Standard des schweizweit entstehenden Sicherheitsfunknetzes Polycom ausgesprochen. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 78,4 Millionen Franken.
Polycom steht für Polyvalente Communication und bezeichnet das im Aufbau befindliche nationale Sicherheitsfunknetz für Rettungs- und Sicherheitsaufgaben. Im Endausbau setzt sich das Funknetz aus den jeweiligen kantonalen Teilnetzen sowie dem Netz des Grenzwachtkorps zusammen. Diese Teilnetze werden von den Kantonen und dem Grenzwachtkorps eigenständig nach den jeweiligen Bedürfnissen und unter Berücksichtigung der Vorgaben des Bundes realisiert. Ein einheitliches nationales Funknetz stellt eine Verbindungsebene für die Führung im Tagesgeschäft sowie in besonderen und ausserordentlichen Lagen für alle Rettungs- und Sicherheitsorganisationen sicher.
Die Funknetze der Kantonspolizeien sind über 14 Jahre alt und genügen modernen betrieblichen Sicherheitsansprüchen nicht mehr. Ebenso können die bei einem Ereignis aufgebotenen Rettungs- und Sicherheitskräfte nicht über ein gemeinsames Funknetz kommunizieren, das abhörsicher und in ausserordentlichen Situationen hochverfügbar ausgestattet ist. Auf Grundlage des einheitlichen Funknetzes Polycom können die Kantone St.Gallen, Appenzell Ausserrhoden und Appenzell Innerrhoden den aktuellen Anforderungen Rechnung tragen und mit dem schweizweiten Vorhaben gleichziehen.
Gemeinsames Funknetz
Unter der Federführung des Kantons St.Gallen erarbeitete eine interdisziplinäre Projektgruppe aus den Kantonen St.Gallen, Appenzell Ausserrhoden und Appenzell Innerrhoden eine Vorstudie. Die Architektur des neuen Funknetzes und die Zusammenarbeit sollen neu geregelt werden. Aufbau, Einführung, Betrieb und Unterhalt erfolgen gemeinsam. Die bereits heute kantonsübergreifenden Dienstleistungsvereinbarungen in Sanitäts-, Feuerwehr- und Polizeiaufgaben werden mit einem gemeinsamen Führungsmittel Funk unterstützt.
Der Bundesrat hat bereits vor acht Jahren einer gemeinsame Finanzierung des Sicherheitsfunknetzes Polycom durch den Bund und die Kantone zugestimmt. Die Kosten für diejenigen Bereiche, in denen der Bund zuständig ist, werden vom Bund getragen. Dies betrifft insbesondere die Armee, das Grenzwachtkorps, den Zivilschutz und das Bundesamt für Strassen. Die Investitionen für die drei Kantone sowie für die Stadt St.Gallen werden mit rund 51 Millionen Franken veranschlagt. Der Kanton St. Gallen übernimmt 41.4 Millionen Franken, der Kanton Appenzell Ausserrhoden 5.1 Millionen Franken, der Kanton Appenzell Innerrhoden 2.5 Millionen Franken und die Stadt St.Gallen 2 Millionen Franken. Der Bund steuert zusätzlich 27.4 Millionen Franken bei, sodass die Gesamtkosten in der Höhe von 78.4 Millionen Franken finanziert werden können.
Das Projekt wird in den nächsten Monaten den jeweiligen Bewilligungsinstanzen in den Kantonen und der Stadt St.Gallen vorgelegt. Sofern alle dem Vorhaben Polycom SG-AR-AI zustimmen, wird mit dem Aufbau des Teilnetzes in den Kantonen St.Gallen, Appenzell Ausserrhoden und Appenzell Innerrhoden im Jahr 2009 begonnen. Die Inbetriebnahme ist im Jahr 2011 geplant.



























