Urnäsch – Unglücksort im Appenzellerland?
Urnäsch. Tanklaster-Unfall, Flugzeugabsturz und Waldbrand - Urnäsch hat in letzter Zeit mehr als nur ein bisschen Pech.
Der April war für Urnäsch ein wahrer Unglücksmonat. Die Pechsträhne begann am Montag, 16. April: Kurz nach dem Mittag ging in der Notrufzentrale der Kantonspolizei in Trogen die Meldung ein, dass sich auf der Hauptstrasse Waldstatt – Urnäsch, im so genannten Murbachrank der Anhänger eines Tanklastenzuges überschlagen habe. Der Laster, der rund 14 Tonnen Benzin befördert hatte, kippte und ein Teil des Ladegutes lief aus.
Grosseinsatz wegen 14-Tonnen-Laster
Wegen Explosionsgefahr musste daraufhin der Bahnverkehr und die Strasse gesperrt werden und auch wegen möglichen Umweltschäden hatte die Feuerwehr alle Hände voll zu tun. Genauso schwierig gestaltete sich die Bergung des Kolosses. Insgesamt standen rund 80 Hilfskräfte im Einsatz.
Flugzeugabsturz – 2 Tote
Zwei Tage später am 18. April: Flugzeugabsturz über Urnäscher Gemeindegebiet. Am frühen Morgen wurde von Suchflugzeugen das komplett zerstörte Wrack eines seit dem vergangenen Abend vermissten Kleinflugzeuges entdeckt. Das Flugzeug vom Typ Bravo war am Dienstag in Lausanne gestartet und wollte nach Altenrhein, wo es aber nie ankam. Es schlug aus bisher immer noch unbekannten Gründen auf der Alp «Ampferenboden» auf und stürzte ab. Es wurde dabei vollständig zerstört.
Der Absturz kostete zwei Menschen – einem 62-jährigen Pilot und seinem 31-jährigen Flugschüler – das Leben.
Grosi fackelt 10’500 Quadratmeter Wald ab
Unglück zum dritten – am Sonntagnachmittag, 22. April, war eine Rentnerin mit ihrem Enkel auf der Alp Kotnecker im Wald unterwegs. Wie es sich für einen Wanderausflug gehört, wollte die Grossmutter eine Wurst braten – und löste einen Waldbrand aus. Das Feuer vernichtete rund 10’500 Quadratmeter Wald, erst die Löschung per Helikopter konnte den Flammen Einhalt gebieten. Die 68-jährige Frau hat jetzt eventuell mit weitgehenden finanziellen Folgen rechnen. Momentan sind die Kosten noch nicht abschätzbar – sollten die Untersuchungen jedoch ergeben, dass die Frau grobfahrlässig gehandelt hat, wird die Frau den Schaden, der sich sicherlich auf mehrere 100’000 Franken beläuft, selbst tragen müssen.
Fast ist man versucht zu fragen, welches Unglück Urnäsch als Nächstes heimsuchen wird. Doch fürs Erste bleibt zu hoffen, dass mit dem Monat April auch Urnäschs Pechsträhne beendet ist.
Weitere Artikel zu diesem Thema:
– Waldbrand: «Teure Bratwurst», (02.05.2007)
– Waldbrand: «Rentnerin löste Waldbrand aus», (23.04.2007)
– Flugzeugabsturz: «Flugzeugabsturz: Neue Erkenntnisse», (18.04.2007)
– Tanklaster-Unfall: «Benzinlaster hatte 14 Tonnen getankt», (16.04.2007)



























