«Urnäsch ist auf einem guten Weg»
Urnäsch. Eine Delegation hat an der Verleihung des Europäischen Dorferneuerungspreises 2008 teilgenommen und kommt mit dem Gefühl zurück, auf dem richtigen Weg zu sein.
Die Gemeinde Urnäsch hat am Wettbewerb um den Europäischen Dorferneuerungspreis 2008 teilgenommen und dabei, wie seit einiger Zeit bekannt, hinter dem siegreichen Südtiroler Dorf Sand einen Ehrenplatz erreicht und darf sich als «Vize-Europameister fühlen. Dieser Tage fand im niederländischen Koudum, dem Siegerdorf im Jahre 2006, die festliche Preisübergabe statt. «Es war ein Erlebnis und die Kontakte mit Delegationen aus zahlreichen europäischen Dörfern haben uns gezeigt, dass wir mit Urnäsch auf einem guten Weg sind» sagt Gemeindepräsident Stefan Frischknecht rückblickend auf die drei Tage in Koudum.
Urnäscher Delegation in Koudum
Der Urnäscher Delegation, angeführt von Gemeindepräsident Stefan Frischknecht, gehörten neben weiteren Ratsmitgliedern auch der Ausserrhoder Landammann und Baudirektor Jakob Brunnschweiler sowie Kantonsbaumeister Otto Hugentobler an. Nach dem Empfang der rund 800 Gäste aus den 29 am Wettbewerb teilnehmenden Dörfern aus ganz Europa folgte tags darauf der Festakt mit der offiziellen Übergabe der Preise. Neben den Präsentationen der Wettbewerbsteilnehmer boten auch verschiedene Workshops ausreichend Gelegenheit, sich mit dem Thema Dorferneuerung und Dorfentwicklung zu befassen. Zum Rahmenprogramm der dreitägigen Veranstaltung gehörten auch Ausflüge und Besichtigungen.
Viele interessanten Kontakte
Die interessanten Kontakte mit Vertretern aus anderen europäischen Dörfern hätten gezeigt, dass die Probleme mit der dörflichen Entwicklung überall ähnlich seien, sagt der Urnäscher Gemeindepräsident Stefan Frischknecht: «Aufgefallen ist mir, dass der Stellenwert und das Bewusstsein für die Dorfentwicklung andernorts grösser ist als hierzulande». Insbesondere sei die finanzielle Förderung der Dorferneuerung in den EU-Staaten bemerkenswert. Es habe sich aber auch gezeigt, dass der in Urnäsch eingeschlagene Weg mit der Nutzung des touristischen Potenzials und einer naturnahen und nachhaltigen energiebewussten Entwicklung auch andernorts verfolgt werden. «Für Dörfer wie Urnäsch ist ein gezieltes und aktives Vorwärtsgehen wichtig. Wir dürfen uns nicht treiben lassen, sondern müssen lernen mit unserer Situation im ländlichen Raum umzugehen», ist der Urnäscher Gemeindepräsident überzeugt.
«Beeindruckendes Beispiel»
Der Wettbewerb um den Europäischen Dorferneuerungspreis stand unter dem Motto «Zukunft durch gesellschaftliche Innovation». Nachdem die Dörfer aufgrund eingereichter Unterlagen bewertet worden waren, nahm eine Jury vor Ort eine Beurteilung vor. Besichtigt wurden das Reka-Feriendorf, das umgebaute Schulhaus Haltentobel, die neue Turnhalle Au und die Fernwärmeheizzentrale. Urnäsch wurde zusammen mit vier anderen Dörfern als «Siegesanwärter mit dem Dorferneuerungspreis für ganzheitliche, nachhaltige und mottogerechte Dorfentwicklung von herausragender Qualität» ausgezeichnet. Das Dorf sei ein beeindruckendes Beispiel für eine erfolgreiche Trendumkehr vom Abwanderungsraum zum Innovationsstandort. Herzstück der Entwicklung sei das Reka-Feriendorf als Referenzprojekt für nachhaltige, qualitätvolle Architektur und Bautechnik im ländlichen Raum, stellt die Jury fest. Darüber hinaus mache das Feriendorf deutlich, was Urnäsch insgesamt auszeichne: «Es steht für eine beispielhafte Vernetzung von natürlichen, landwirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Ressourcen mit neuen Wertschöpfungsketten, welche Einkommenschancen und Lebensqualität der Bevölkerung zu verbessern imstande sind».
Veranstaltet wurde der Wettbewerb um den 10. Europäischen Dorferneuerungspreis von Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung. Er wird seit 1990 im Zwei-Jahres-Rhythmus durchgeführt. Dieses Jahr stellten sich 29 Dörfer aus Belgien, Deutschland, Italien, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Polen, Schweiz, Slowakei, Slowenien, Tschechien und Ungarn der Beurteilung durch die Experten.



























