Unwetter und ein Busunglück: GFS übt Notfalleinsatz
Herisau/AR. Im Rahmen der Stabsübung «Magnum» wurde der zehnköpfige Gemeindeführungsstab durch das Amt für Militär und Bevölkerungsschutz beübt.
Die Ausgangslage am Montagabend vermochte nichts Gutes zu verheissen; die seit Tagen anhaltenden Regenfälle und Windgeschwindigkeiten bis zu 150 Kilometern pro Stunde verursachten bereits erste Schadensmeldungen in den Gemeinden des Hinter- und des Mittellandes. Da die Prognosen auf Dienstag keine Wetterbesserung voraussagten, musste mit weiteren Schäden gerechnet werden. Der Gemeindeführungsstab wurde in Alarmbereitschaft gesetzt.
Evakuierung und Betreuung
Die enormen Regenmengen sorgten dafür, dass während der ganzen Nacht die Angehörigen der örtlichen Feuerwehr im ermüdenden Dauereinsatz standen; es mussten zahlreiche Keller ausgepumpt, umgestürzte Bäume weggeschafft und durch Murgänge verschüttete Strassenzüge gesperrt und geräumt werden. Zur Unterstützung und Entlastung der Einsatzleitung der Feuerwehr wurde schliesslich der Gemeindeführungsstab aufgeboten.
In rund 20 Minuten war der erweiterte Gemeindeführungsstab (GFS) unter der Leitung von Gemeinderat Hans Stricker einsatzbereit. Vorerst galt es den GFS-Standort im Gemeindehaus einzurichten und eine erste Lagebeurteilung vorzunehmen. Aufgrund der Informationen des Feuerwehrkommandanten, Roger Schläpfer, war schnell einmal klar, dass zusätzliche Einsatzkräfte seitens des Zivilschutzes und des Militärs aufgeboten und weitere Räumungsgeräte seitens örtlicher Baufirmen organisiert werden mussten.
Gefährdete Liegenschaften mussten schliesslich evakuiert und die betroffenen Bewohner in geeigneten Zivilschutzanlagen untergebracht und betreut werden. Zunehmend wurden weitere Strassenzüge durch Rutschungen und umgestürzte Bäume unpassierbar und mussten gesperrt werden.
Reisecar verunglückt im Schachen
Durch die schlechten Witterungs- und Strassenverhältnisse verunglückte schliesslich ein Reisecar mit 25 Personen im Ortsteil Schachen. Dies forderte den GFS zusätzlich; der Ortsteil musste vorübergehend gesperrt, die Verletzten medizinisch versorgt und für die Betreuung der restlichen, unter Schock stehenden Reisenden musste das kantonale Care-Team aufgeboten werden.
Medieninteresse
Dieses Busunglück sowie das anhaltende Unwetter riefen schliesslich zahlreiche Medien auf den Plan, die einerseits betreut und ihm Rahmen von Medienkonferenzen und Medienbulletins mit verlässlichen Informationen und geeignetem Bildmaterial versorgt werden mussten.
Erfreuliche Bilanz
Im Verlaufe des Nachmittags gaben die verantwortlichen Übungsleiter, Hans Saxer und Detlev Aeberhard, den Übungsabbruch bekannt und zogen in einer ersten Auswertung der Übung eine sehr erfreuliche Bilanz; die gesteckten Ziele konnten insgesamt erreicht werden. Gewisse Schwachpunkte konnten zu Tage gefördert werden und bilden nunmehr die Grundlage für punktuelle Optimierungsmassnahmen.
Trotz des positiven Übungsverlaufs zeigte sich der Gemeindeführungsstab erleichtert darüber, dass die anspruchsvolle Übung vorüber und das Unwetter sowie das Busunglück nur eine fiktive Übungsanleitung war.



























