Unbekannte Frau war total ausgehungert
Münsterlingen/TG. Im Fall der am Dienstag aufgefundenen Frau vor dem Spital kann die Polizei noch keine neuen Fakten präsentieren. Die medizinischen Untersuchungen sind jedoch abgeschlossen.
«Die Frau war total ausgehungert», berichtet Dr. Martin Krause, Chefarzt der Inneren Medizin gegenüber der Kreuzliner Zeitung. «Sie ist nun ausser Lebensgefahr und stabil». Lebensgefahr hätte zwar nicht bestanden, auch unmittelbar nach dem Auffinden nicht, aber aufgrund der Unterernährung hätte diese bald eintreten können, so der Mediziner. Obwohl eine Kontaktaufnahme schon geglückt ist, sei Verständigung nicht möglich. «Sie gibt Silben von sich, aber wir wissen noch nicht aus welcher Sprache», so Krause.
Eine konkrete Diagnose sei allerdings noch nicht möglich. So könne auch nicht bestätigt werden, ob die Frau tatsächlich Krebs habe. «Sie hat offenbar eine chronische Krankheit im Gesicht, die sich auch in Mund- und Rachenraum erstreckt. Das könnte Krebs sein, muss aber nicht», erklärt Dr. Krause. Genauere Tests und Untersuchungen möchte der Mediziner erst machen, wenn die Identität der Frau geklärt ist und damit etwas über deren Krankengeschichte in Erfahrung gebracht werden kann. Eine geistige Behinderung schliesst Chefarzt Dr. Krause jedoch aus. Ihre Reaktion deute auf geistige Gesundheit, Schmerzfreiheit und Wohlbefinden hin.
Die Polizei versucht derzeit, über die Kleidung der Frau und deren Tasche Rückschlüsse auf die Herkunft zu ziehen. Ausserdem läuft eine Prüfung auf den Tatbestand der Aussetzung, wie Untersuchungsrichter Patrick Müller vor Ort am Spital berichtet. Da die Person selbst nicht laufen konnte, müsse man davon ausgehen, dass sie jemand dort hin gebracht hat. Weiterhin ist die Polizei jedoch auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen.



























