Uli Forte neuer Trainer des FCSG
Fussball. Der derzeitige Trainer des FC Wil, Uli Forte, wechselt zum FC St.Gallen. Er soll die Mannschaft zurück in die höchste Spielklasse bringen.
Uli Forte erhält beim FC St.Gallen einen Vertrag über zwei Jahre bis zum 30. Juni 2010. Trainingsstart und zugleich offizieller Arbeitsbeginn für den neuen Trainer ist am Montag, 16. Juni 2008.
Zuletzt waren die Zeichen sehr klar. Das Kandidatenduo aus Forte (FC Wil) und Petkovic (AC Bellinzona) wurde seit Tagen überall gehandelt. Im Lauf des Tages gab Petkovic bekannt, dass er zwar Interesse gehabt hätte, doch mehr Bedenkzeit wünschte, die ihm der FCSG laut seiner Darstellung nicht gab; daraufhin war die Sache für den Kroaten erledigt.
Als dann noch durchsickerte, dass Uli Forte beim heutigen Training mit dem FC Wil gefehlt hatte, gab es kaum noch einen Zweifel daran, dass er den FC St.Gallen in der Challenge League übernehmen wird – und hoffentlich zurück in die Super League führt.
Ausreichend qualifiziert
Dass die Wahl auf Uli Forte gefallen ist, birgt eine gewisse Logik. Er ist ein junger, hungriger Trainer, seine bisherigen Stationen waren durchaus von Erfolg gekrönt; Aufstiegserfahrung hat er ebenfalls bereits gesammelt, wenn auch natürlich nicht bis zur Super League. Kritische Stimmen aus Fankreisen bemängeln denn auch, dass sich Forte noch nicht zuoberst bewähren musste und es daher nicht sicher sei, ob er dazu in der Lage ist. Andererseits: Seine Verpflichtung unterstreicht den Willen der neuen Clubführung, mehr auf Sein als Schein zu setzen. Die Verpflichtung eines «Grossen» – wenn das finanziell überhaupt möglich gewesen wäre – hätte zu sehr an die Zeiten erinnert, als man mit der grossen Kelle anrührte, die Resultate aber dennoch nicht stimmten.
Erfolgreich unter Turbulenzen
Forte führt derzeit einen Regionalclub, der in den letzten Jahren – Stichwort «Fall Hafen» – unter grossen Turbulenzen litt und nach jener Affäre keine üppige Kriegskasse vorweisen konnte. Dennoch gelang es dem Team, sich konstant im oberen Bereich der Challenge League zu behaupten und zumindest leicht an die Tür zur Super League anzuklopfen. Die nun abgelaufene Saison schloss Wil einen Punkt hinter Aufsteiger Vaduz auf Rang 3 ab und zeigte sich dabei besonders auswärtsstark; in der «Auswärtstabelle» ist Wil Zweitplatzierter.
Fortes Leistungsausweis beim FC Wil ist unbestritten. Uneinigkeit besteht in der Frage, ob dieser ausreicht, um den FCSG zum Erfolg zu führen. Immerhin übernimmt der Italiener den Verein in einer schwierigen Phase: Sportlich gedemütigt, die Führung wird ausgewechselt, die Zeit für den Neuaufbau ist mit dem Ziel des sofortigen Wiederaufstiegs knapp bemessen.
Auf der anderen Seite wird Forte mit einem vergleichsweise üppigen Budget arbeiten können. In der Bilanz all dieser Überlegungen gibt es keinen Hinweis darauf, dass Uli Forte eine schlechtere Lösung sein soll als jeder andere. Alle Artikel zum FCSG
Zur Person
Uli Forte, gebürtiger Italiener, kam mit 6 Jahren zum FC Brüttisellen, verdiente dort seine Sporen als Junior ab. Von 1991 bis 1999 spielte er bei Brüttisellen, Red Star Zürich und Kriens in der 1. Liga und der NLB (Innenverteidigung). 2002 wurde er Spielertrainer bei Red Star Zürich, brachte den Verein in die 1. Liga und verpasste den Sprung in die Challenge League nur knapp. Die Trainerausbildungen schloss er mit dem Diplom Trainer A ab. 2006 wurde er Trainer beim FC Wil und hat sich mit diesem erfolgreich in der Challenge League etabliert.



























