Überraschungscoup gegen Gruppensieger
Handball. Mit einem starken Auftritt hat der HSC Kreuzlingen am Samstag in der 21. Runde der 1.-Liga-Meisterschaft dem bereits als Gruppensieger feststehenden TV Muri die erst dritte Saisonniederlage zugefügt.
Dank des 35:28 (18:13)-Erfolgs über die Aargauer bietet sich dem Team von Roger Bertschinger die Chance, mit einem abschliessenden Erfolg in Kloten gar noch bis auf den sechsten Schlussrang vorzustossen.
Die Rot-Weissen wurden nach dem überzeugenden letzten Heimauftritt vom Publikum mit einer verdienten «standing ovation» verabschiedet. Mit dem überraschenden Erfolg über den Leader setzten die Kreuzlinger ihren starken Schlussspurt mit zuletzt vier Siegen und zwei Unentschieden aus sechs Spielen fort. Angesichts der Tatsache, dass sie in den letzten beiden Runden verletzungsbedingt ohne ihren Topskorer und den ungarischen Spielmacher auskommen mussten, ist der diskussionslose Sieg über den Gruppensieger umso höher einzustufen. In der Vorrunde gewann Muri noch hoch mit 31:20.
Positive Entwicklung
Dass das Verdikt nun (fast) so deutlich auf die andere Seite kippte, unterstreicht die positive Entwicklung, welche das Team von Trainer Roger Bertschinger in den letzten Wochen durchgemacht hat. Und erfreulicherweise wird die Mannschaft auf die neue Saison kaum Abgänge verzeichnen: Einzig Flügel Christian Mierzwa dürfte den HSCK in Richtung Heimat (Hamburg) verlassen. Zudem steht die Klubführung mit mehreren namhaften Verstärkungen in Verhandlung, denn man möchte sich endlich in der oberen Tabellenhälfte etablieren können.
Schützenfest
In der ersten Halbzeit dominierten die beiden Angriffsreihen das Geschehen. Die Aargauer, welche eng mit dem überlegenen NLB-Leader Endingen zusammen arbeiten, lagen nur gerade einmal – beim 0:1 – in Führung. Die Kreuzlinger hielten dank einem schnörkellosen, fast fehlerfreien Offensivspiel und einer konzentrierten, kämpferischen Abwehrarbeit dagegen. Nach dem 9:9 (17.) konnten sie sich dank Treffern von Zeuske und Mierzwa sowie mehreren Paraden von Keeper Bellanova, der erst kurz den Platz von Lesko eingenommen hatte, auf 14:10 absetzen.
Auch ein Time-out des Leaders vermochte den HSCK-Express nicht zu stoppen und so gingen die Rot-Weissen nach trefferreichen ersten 30 Minuten mit einem 18:13-Vorteil in die Pause.
Dagegen gehalten
Wer zu Beginn der zweiten Halbzeit eine Aufholjagd des klar favorisierten Leaders erwartet hatte, wurde weitgehend enttäuscht. Vor allem in der Defensive offenbarten die Aargauer grosse Schwächen und auch der (Ersatz-)Torhüter kassierte immer wieder Treffer, die zumindest nicht unhaltbar schienen. In der 48. Minute kam Muri zwar nochmals auf 28:26 heran, doch Kreuzlingens Mierzwa hatte mit zwei Toren innerhalb von 30 Sekunden die passende Antwort parat. Der angeschlagene Kraljevic, welcher von Trainer Bertschinger in beiden Spielhälften nur jeweils eine Viertelstunde eingesetzt wurde, erwies sich als sicherer Penaltyschütze. Als Muris Lukas Pfiffner in der 54. Minute bereits den dritten Siebenmeter an den Pfosten setzte und Kraljevic praktisch im Gegenzug seinen fünften von sechs zum 33:27 verwertete, war die Entscheidung gefallen.
Erfolgreichste Torschützen waren Kraljevic (9), Zeuske (8) und Mierzwa (7) bei Kreuzlingen, Castineiras (8) sowie Hügli und Pfiffner (je 5) bei Muri. Wie ausgeglichen die Teamleistung der Thurgauer war zeigt, dass sich alle Feldspieler in die Skorerliste eintragen konnten.



























