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Übereinstimmung trotz kontroverser Prioritätenzuordnung

Märstetten. An der kantonalkirchlichen Tagung zum Missionsverständnis kristallisierten sich trotz vieler Differenzen auch einige gemeinsame Anliegen der verschiedenen Kirchgemeinden heraus.

So unterschiedlich das Missionsverständnis in den einzelnen Kirchgemeinden ist, so weit scheint auch das Bedürfnis an einer landeskirchlichen Stelle für Mission- und Entwicklungszusammenarbeit auseinander zu liegen. Dennoch kristallisierten sich in Märstetten an der kantonalkirchlichen Tagung zum Missionsverständnis auch grundlegende Gemeinsamkeiten heraus.

Wo und wie in der Evangelischen Landeskirche als Volkskirche- eine Vielfalt von Aspekten und Meinungen respektiert wird, ist die Bündelung und Zuordnung unterschiedlicher Standpunkte eine schwierige und zugleich wichtige Herausforderung. Sie wurde bei der kantonalkirchlichen Tagung in Märstetten angegangen. Nach Inputreferaten waren alle Tagungsteilnehmenden aufgefordert, ihr persönliches Missionsverständnis in einer Rangliste zu bewerten. An erster Stelle wurde die weltweite Verbreitung des Evangeliums in Wort und Tat gesetzt, wobei auffällig übereinstimmend zum Ausdruck kam, dass niemand dieses Anliegen auf den Schlussrang setzte.

Ebenfalls niemand wollte die Solidarität mit christlichen Glaubensgeschwistern, die wegen ihres Glaubens verfolgt oder benachteiligt werden hinten anstellen. Kontroverser bewerteten die 44 Tagungsteilnehmenden Themen wie weltweite Friedensarbeit oder Verbreitung und Stärkung des christlichen Glaubens im eigenen Land sowie Weitergabe des Evangeliums zur Nachfolge Jesu Christi.

Globale Sichtweise bündeln
Die Meinungen im abschliessenden Podiumsgespräch unter Leitung von Kirchenratsaktuar Ernst Ritzi spiegelten zum Teil wieder, was in den vorgängigen Gruppenarbeiten zum Ausdruck kam. Verankert in der lokal funktionierenden Unterstützung ihrer Missionsprojekte sehen weder Ernst Ehrbar noch Ruedi Rinderknecht ein Bedürfnis ihrer Kirchgemeinden an einer Landeskirchlichen Stelle für Mission und Entwicklungszusammenarbeit. Pfarrer Hansruedi Vetsch aus Frauenfeld sieht dagegen hinsichtlich Gesamtheit der weltweiten Zusammenarbeit ungenügende Möglichkeiten in der Missionsarbeit der einzelnen Kirchgemeinden. Er wünscht sich eine landeskirchliche Anlaufstelle, welche die globale Sichtweise bündelt und den Kirchgemeinden hilft, solidarisches Wirken transparent zu machen. Pfarrer Peter Keller, Lengwil, will verstärktes Engagement in der Inlandmission. Er erwartet konkrete Hilfe für Pfarrer und Gemeindeglieder, wie der christliche Glaube den Menschen wieder näher gebracht und der latenten Austrittswilligkeit der Kirchbürger begegnet werden kann.

Schwerpunkte in der Verantwortlichkeit setzen
Kirchenratspräsident Pfarrer Wilfried Bührer regte zur Frage, in welchen Bereichen auch mit einem vielfältigen und breiten Missionsverständnis eine Profilierung möglich wäre, die Idee einer neuen Verantwortungskultur an: «Verantwortung tragen im missionarischen Bereich alle: Pfarrer, Bedienstete, Gemeindeglieder, Kirchenvorsteherschaft und Landeskirche. Die Frage ist, wer kann wo Schwerpunkte setzen, damit einzelne Gruppierungen gezielt gestärkt oder neu ins Leben gerufen werden können und so profiliertes Wirken zum Tragen kommt.»

ThurgauThurgau / 09.02.2009 - 14:12:00