
Über 50 Straftaten geklärt
Rheintal/SG. Über 50 Straftaten im Sarganserland- Werdenberg sind geklärt. Fünf Erwachsene und 17 Jugendliche mussten in ein Strafverfahren einbezogen werden.
Sie werden sich wegen verschiedenster Taten wie Raubüberfällen, Körperverletzungen und Diebstählen vor Gericht verantworten müssen.
Wie kam es dazu
Zwischen Januar und Mitte Februar 2009 wurden in Buchs und Chur mehrere bandenmässige Raubüberfälle sowie im St. Galler Oberland Diebstähle in verschiedenen Örtlichkeiten verübt. Nach intensiven Ermittlungen durch die Kantonspolizei und die Staatsanwaltschaft des Kantons St.Gallen gelang es, die Täter zu überführen.
Anfangs Februar 2009 wurden bei einer Personenkontrolle von zwei Jugendlichen und zwei jungen Erwachsenen in Buchs verdächtige, elektronische Gegenstände festgestellt. Es stellte sich heraus, dass es sich bei den Natels und iPods um entwendete Geräte handelte, welche in den Garderoben von Sport- und Schulanlagen in Saragans gestohlen worden waren.
Zehn Festnahmen
Die 18- und 19-jährigen ausländischen Männer wurden sofort festgenommen. Bei den durch die Staatsanwaltschaft angeordneten Hausdurchsuchungen kam weiteres Deliktsgut zum Vorschein. Es zeigte sich, dass nebst den zwei bereits Festgenommenen noch andere Personen ins Strafverfahren einbezogen werden mussten. In der Folge wurden sieben weitere Männer, darunter sechs Jugendliche, festgenommen. Bei ihnen handelt es sich um einen Schweizer und fünf Ausländer.
Total 22 involvierte Männer
Ins gesamte Verfahren waren 22 junge Männer, darunter drei Schweizer, involviert. Ihnen werden über 50 Straftaten zur Last gelegt. Die Staatsanwaltschaft und die Kantonspolizei führten mit ihnen rund 150 Befragungen durch. Die Delikte reichen von bandenmässigen Raubüberfällen über Raufhandel, Angriffe, Tätlichkeiten, Körperverletzungen, Einbruchdiebstähle, Garderobendiebstähle, Handtaschendiebstähle, Ladendiebstähle, Hehlereien, Sachbeschädigungen, Sprayereien, Betäubungsmitteldelikte bis hin zu Widerhandlungen gegen das Waffengesetz und Strassenverkehrsdelikten.
Vorgehen
Die Männer operierten in mehreren Gruppen, dies zum Teil wettbewerbsartig an mehreren Orten gleichzeitig. Eine eigentliche Hierarchie gab es nicht. Es konnten auch keine eigentlichen Hauptdrahtzieher oder Anführer ausgemacht werden.
Bei den Raubüberfällen gingen die Täter in so grosser Überzahl auf beliebige Personen als Opfer los, dass diese gar keinen wirksamen Widerstand hätten leisten können. Hinzu kommt, dass die Opfer bereits durch Faustschläge, Ohrfeigen und Fusstritte gefügig gemacht worden waren, noch bevor sie überhaupt zum Herausrücken von Geld und Wertsachen aufgefordert wurden.
Motiv
Die Raubdelikte begingen die Angeschuldigten zur Aufbesserung ihrer Finanzen, die jedoch auch nach ihrer eigenen Einschätzung gar nicht so knapp waren.
Fünf Angeschuldigte waren zur Tatzeit bereits erwachsen. Der Grossteil der 22 Täter, die alle untereinander gut bekannt sind, sind jedoch Jugendliche unter 18 Jahren.
Was erwartet die Täter
Die Jugendlichen, alle mit Wohnsitz im Raum Sargans, werden von der Jugendanwaltschaft des Untersuchungsamtes Uznach zur Anklage gebracht. Bei ihnen sind noch aufwendigere Persönlichkeitsabklärungen im Gang, so dass der Abschluss des jugendstrafrechtlichen Verfahrens noch etwas Zeit in Anspruch nehmen wird. Die Strafuntersuchung gegen die erwachsenen Straftäter durch das Untersuchungsamt Altstätten ist abgeschlossen. Gegen vier Angeschuldigte erhebt die Staatsanwaltschaft in den nächsten Tagen beim Kreisgericht Werdenberg-Sargans Anklage, insbesondere wegen mehrfachen qualifizierten Raubes, was nach dem Wortlaut des Strafgesetzbuches eine Mindeststrafe von 2 Jahren Freiheitsstrafe bedeutet.