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«Tschernobyl ist überall – auch in der Schweiz»

St.Gallen. Die Jungen Grünen der Stadt äussern sich zum Jahrestag der Tschernobyl-Katastrophe.

Die Medienmitteilung im Wortlaut:

Vor 23 Jahren kam es im Atomkraftwerk Tschernobyl in der heutigen Ukraine zu einer Kernschmelze. In der Folge wurden 4.9 Millionen Menschen radioaktiver Strahlung ausgesetzt. Noch heute sind im direkt betroffenen Gebiet mehr als die Hälfte der neugeborenen Kinder geistig geschwächt. Die Häufigkeit der angeborenen Missbildungen steigt weiter an. Die Schätzungen der direkten und indirekten Todesfälle reichen zwischen 4000 und 60 000.

Neben Tschernobyl und Harrisburg in den USA gab es auch in der Schweiz bereits einen schweren Atomunfall. Ein Versuchsreaktor in Lucens in der Nähe von Lausanne brannte im Januar 1969 in einer Felskaverne durch. Der Atomschrott strahlt nun im Zwischenlager von Würenlingen vor sich hin, die Felskaverne wurde versiegelt. Wie sähe die Schweizer Energiepolitik heute aus, wäre der Versuchsreaktor oberirdisch durchgebrannt?

Nach Tschernobyl war die Meinung weit verbreitet, das Ende der Atomtechnologie sei besiegelt. 23 Jahre später wird über bis zu drei neue AKWs in der Schweiz debattiert. Und dies, obwohl sich die grundlegenden Rahmenbedingungen seit 1986 kaum geändert haben. In der Nuklearforschung wurden praktisch keine Fortschritte erzielt. Das Risiko eines Super-GAUs bleibt bestehen. Die sichere Lagerung atomarer Abfälle, die bis zu einer Million Jahre strahlen, ist Theorie. Neue AKWs retten auch unser Klima nicht. Die weltweite Atomstromproduktion deckt gerade mal gut zwei Prozent des Weltenergiebedarfs.

Durch mehr Energieeffizienz und einen Ausbau neuer erneuerbarer Energiequellen lässt sich der Strombedarf auch in Zukunft decken. Grüner Strom ist gefragt: Die kostendeckende Einspeisevergütung ist ausgebucht. Die Jungen Grünen St. Gallen sagen Nein zur Technologie von gestern, und Ja zu einer sicheren, erneuerbaren und klimafreundlichen Energie für morgen. Dafür werden wir uns weiterhin engagieren. So sind wir auch Mitglied der Allianz «Nein zu neuen AKW», der über 30 Organisationen und Parteien angehören Als nächstes steht ein Besuch des AKW Leibstadt am 25. April an. Die Jungen Grünen werden mit kritischen Fragen aufwarten.

St.GallenSt.Gallen / 24.04.2009 - 15:34:44