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Tritt man aus der Kapelle wird es gefährlich

Appenzell. Die «unendliche» Sanierung der Weissbadstrasse zwischen St. Anna und «Schäfli» geht in eine weitere Runde.

Seit über 30 Jahren wird über die Sanierung dieses Strassenabschnitts debattiert, verhandelt, gestritten. Im Oktober letzten Jahres stimmte der Innerrhoder Grosse Rat einem Kredit von 3,665 Miollionen Franken zu: Auf dem 290 Meter langen Strassenstück mit starkem Fussgängerverkehr soll die Verkehrssicherheit verbessert werden.

Verkehrs-Kuddelmuddel
Die Situation ist komplex: Bach, Durchgangsstgrasse, Quartierstrasse, Eisenbahn und Fussgänger begegnen sich hier auf engstem Raum. Und dann ist da noch die Kapelle St. Anna. Sie steht unmittelbar an der Strasse, die dort gerade einmal 3,3 Meter schmal ist. Die Kapelle zu verlassen, ist sogar gefährlich. Autos können dort nicht kreuzen.

Eine Versetzung würde rund 270 000 Franken kosten. Während der Debatte im vergangenen Herbst wurde eine Verschiebung der Kapelle gefordert.

Die Standeskommission (Regierung) ist anderer Ansicht: Ein Abbruch und Wiederaufbau wäre mit grossen Verlusten an Bausubstanz und Authentizität verbunden. Die Kapelle, deren Existenz seit 1767 belegt ist, wird als schönste Kapelle des Rokokos im Kanton bezeichnet. Und sie ist mehr als eine blosse Andachtskapelle: Seit 1854 darf darin die Heilige Messe gefeiert werden.

Unklarheiten
Und da sind noch mehr Hindernisse: Die Eigentumsverhältnisse sind unklar. Die Appenzeller Unternehmerfamilie Kölbener («Appenzeller Alpenbitter») unterhält die Kapelle. Sie ist gegen eine Verlegung der geschützten Baute.

Und die Kapelle ist nicht im kantonalen Grundbuch eingetragen. Mit der Einführung des eidgenössischen Grundbuchs müssten die Eigentumsverhältnisse und der Grundbucheintrag in den nächsten Jahren geklärt werden, schreibt die Regierung in ihrer Vorlage.

Um ihrem Status gerecht zu werden, soll die Kapelle nun optisch aufgewertet und die Situation auf dem Vorplatz verbessert werden. Das Bankett soll verbreitert und so die Kapelle etwas von der Strasse getrennt werden. Das verbessert die Übersichtlichkeit. Die Kosten werden auf rund 250 000 Franken geschätzt.

Allenfalls nötige Verbreiterungen der Strasse müssten auf der Bachseite erfolgen. Eine sechs Meter breite Strasse sei aber unnötig, findet die Regierung. Dennoch soll die Möglichkeit für einen späteren Ausbau gegeben werden

Für die zweite Lesung im Februar beantragt die Regierung eine Erhöhung des Kredits auf 3,9 Mio. Franken. Den letzten Entscheid über diese Runde in der Schwende-Sanierung fällt die Landsgemeinde.

Die Heilige Anna, die Mutter Marias, ist unter anderem die Schutzpatronin der Mütter und der Ehe, der Hausfrauen, Witwen und Armen, aber auch der Goldschmiede. Sie soll gegen Fieber, Kopf-, Brust- und Bauchschmerzen schützen.


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Abriss oder Erhaltung?, vom 23. Januar 2007

Appenzell InnerrhodenAppenzell Innerrhoden / 22.01.2008 - 17:27:00