Trend zu grösseren Betrieben setzt sich fort
TG. Die Zahl der Landwirtschaftsbetriebe hat im Jahr 2008 erneut abgenommen. Vom Rückgang nicht betroffen sind die grösseren Betriebe, die 2008 weiter an Bedeutung gewonnen haben.
Mit Ausnahme der Schweine, deren Bestand zum zweiten Mal in Folge gesunken ist, legte der Nutztierbestand wiederum zu. Dies geht aus den soeben erschienenen Statistischen Mitteilungen «Landwirtschaftliche Betriebsstrukturdaten 2008» hervor.
Im Kanton Thurgau gab es im Jahr 2008 rund 2500 direktzahlungsberechtigte Landwirtschaftsbetriebe, 1,6 Prozent weniger als im Vorjahr. Damit setzt sich der seit Jahren anhaltende Strukturwandel weiter fort. Seit 1999 reduzierte sich die Zahl der direktzahlungsberechtigten Betriebe um rund 14 Prozent.
Verschiebung von den mittleren hin zu den grösseren Betrieben
Erneut hat sich vor allem die Zahl der mittelgrossen Betriebe mit einer landwirtschaftlichen Nutzfläche zwischen 10 und 25 Hektar reduziert. Im Jahr 2008 gab es drei Prozent weniger Betriebe in dieser Grössenklasse als ein Jahr zuvor. Seit 1999 reduzierte sich die Zahl der Betriebe in dieser Kategorie um ein Viertel. Inzwischen ist im Thurgau nur noch jeder zweite Betrieb mittelgross, 1999 waren es noch drei von fünf Betrieben gewesen. Gleichzeitig nimmt auch die durchschnittliche Nutzfläche pro Betrieb zu. Im Jahr 2008 verfügte der durchschnittliche Thurgauer Landwirtschaftsbetrieb über eine Nutzfläche von 1730 Aren. Dies sind 10 Aren mehr als im Vorjahr und 170 Aren mehr als 1999. Insgesamt nimmt die landwirtschaftliche Nutzfläche im Kanton Thurgau allerdings mehr und mehr ab, wenn zuletzt auch nur geringfügig. 2008 ist der Rückgang der Apfelanlagen mit minus 2,8 Prozent markant. Seit 1999 hat ihre Anbaufläche um 11 Prozent abgenommen. Andere Spezialkulturen wie Reben, Steinobst und Beeren dehnten sich hingegen aus.
Nutztierbestand steigt erneut
Der Tierbestand hat sich im Kanton Thurgau zwischen 2007 und 2008 erneut bei fast allen Nutztierkategorien erhöht. Insbesondere der Rindviehbestand, der zwischen 2000 und 2005 rückläufig war, steigt seit 2005 wieder an. Im Jahr 2008 legte der Bestand mit einem Plus von 2,6 Prozent sogar kräftiger zu als im Jahr davor. Der Schweinebestand ist hingegen zum zweiten Mal in Folge gesunken.
Weitere Zunahme der Ökobeiträge
Insgesamt wurden an die Landwirtschaft knapp 104 Millionen Franken Direktzahlungen, sowie Ackerbau- und Öko-Qualitätsbeiträge ausgerichtet. Dies sind 1,2 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Beiträge nach der Ökoqualitätsverordnung sowie ökologische Direktzahlungen sind hingegen 2008 erneut gestiegen. Deutlich erhöht haben sich vor allem die Beiträge für extensiv genutzte Wiesen und Streueflächen sowie für besonders tierfreundliche Haltung. Deutlich zugenommen haben auch die Ackerbaubeiträge, und zwar wegen der erstmaligen Beiträge für den Zuckerrübenanbau.
Die Resultate der landwirtschaftlichen Betriebsstrukturdatenerhebung sind als «Statistische Mitteilungen» Nr. 8/2008 erschienen und können unter www.statistik.tg.ch kostenlos heruntergeladen werden.



























