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Trauriges und Tröstendes

Dem Heri Sauer fehlen selten die Worte. Doch in Anbetracht der jüngsten Ereignisse in der Region ist im Moment ist wirklich nicht die Zeit um über Belanglosigkeiten zu schimpfen.

In diesen Tagen und angesichts des mutmasslichen Schicksals eines kleinen Mädchens aus unserer Region scheint es verfehlt, sich an dieser Stelle wie üblich über kleine Widrigkeiten des Lebens lauthals zu ärgern. Auch wenn es ein Klischee sein mag: Fälle wie das Verschwinden der kleinen Ylenia aus Appenzell führen es einem vor Augen, dass unser ganz normaler Alltag kaum echte Schrecken für uns bereit hält und wir uns gelegentlich über Dinge aufregen, die eigentlich kaum der Rede wert sind, verglichen mit dem Schmerz, der hier über eine Familie und viele weitere Menschen gekommen ist.

Es sind solche Momente, die zeigen, ob eine Gesellschaft gut funktioniert. Wenn man versucht, sich auf das Tröstende zu konzentrieren, sieht man unzählige Menschen, die aufopfernd alles tun, um zu helfen, und zwar oft über das hinaus, was ihr Beruf verlangt: Polizisten, Feuerwehrleute, aber auch Private mit wertvollen Hinweisen und vieles mehr. Ganz zu schweigen von den vielen Menschen, die einfach in Gedanken bei der betroffenen Mutter sind. Das sind die wenigen Momente, die in solche Situationen zu Optimismus Anlass geben.

Auf der anderen Seite stehen traurige Erkenntnisse. Diejenige, dass es schon jetzt Leute gibt, die mit Schuldzuweisungen und Vorwürfen am Stammtisch zur Stelle sind. Die sich zum Richter über den Lebensstil anderer Menschen aufspielen. Die es «ja schon immer gewusst» haben wollen. Die ernsthaft die Lebenssituation einer Mutter diskutieren, während ihr kleines Kind verzweifelt gesucht wird. Die glauben, genau zu wissen, welche Lebensform die richtige ist und welche falsch. Auch das gibt es in einer kleinen Region wie der unseren.

Vielleicht ziehen wir aus dem tragischen Vorfall die eine oder andere Lehre. Eine ganz wichtige wäre es, Menschen so zu nehmen, wie sie sind und wie sie leben und ihnen dieses Leben nicht unnötig schwer zu machen, sondern sie zu akzeptieren und zu unterstützen. Und das nicht erst, wenn ein furchtbares Ereignis eintritt.

Appenzell InnerrhodenAppenzell Innerrhoden / 12.08.2007 - 10:49:00