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Transparente Risikoanalyse im Spital

Münsterlingen/TG. Der Bericht eines unabhängigen Expertenteam, welches das Kantonsspital genau unter die Lupe genommen hat, liegt nun vor.

Ein unabhängiges Expertenteam wurde Anfang Jahr mit einem besonderen Auftrag im Kantonsspital Münsterlingen (KSM) betraut. Es galt eine kritische Kontrolle bestehender Abläufe vorzunehmen, aktuelle Defizite zu eruieren und Verbesserungsvorschläge abzuleiten. Der Detailbericht zu den Auswertungen liegt nun vor und empfiehlt verschiedene Adaptionen.

Das Analyse-Tool «Riskala» der Gesellschaft für Risiko-Beratung (GRB) ist ein Assessment-Instrument zur Identifizierung, Bewertung und Bewältigung von Risiken und Gefahren in der Versorgung von Patienten. Als zweites Spital in der Schweiz wurden das Kantonsspital Münsterlingen Anfang Jahr in verschiedenen Abteilungen einer umfassenden Analyse unterzogen. Während vier Tagen untersuchte dazu ein Fachteam die internen Abläufe der Bereiche Operationssaal, Anästhesie, Intensivstation, Diagnostik, Bettenstationen und  Notfallambulanz. Behandlungsabläufe wurden begleitet und kritisch hinterfragt, Dokumentationswege auf mögliche Risiken hin durchleuchtet und gängige Standards kontrolliert.

Anfang April wurden die ersten Resultate in einer Feedback-Veranstaltung, zu der alle Mitarbeitenden des Kantonsspitals Münsterlingen eingeladen waren, präsentiert. In der Zwischenzeit ist der umfangreiche Schlußbericht der Firma GRB in Münsterlingen eingetroffen, womit die konkrete Anpassung bestehender Prozesse, die laut Analyse ein Risikopotential beinhalten, angegangen werden kann. Im Analyse-Schlussbericht wurden zu jedem untersuchten Thema die bereits umgesetzten Massnahmen festgehalten, Risiken erläutert und mögliche Empfehlungen für eine erweiterte Prävention durch die GRB definiert.

Bei lediglich 36 der 520 untersuchten Punkte Mängel festgestellt

Die Kontrollen durch GRB haben ergeben, dass bei lediglich 6.9 Prozent aller kontrollierten Punkte ein Mangel festgestellt wurde. Die betreffenden Fälle wurden nach den Kriterien «Eintrittswahrscheinlichkeit» und «Schadenausmass» kategorisiert, was eine sinnvolle Priorisierung ermöglicht. Die Leitungen der entsprechenden Abteilungen haben nach Vorliegen des Schlussberichts damit begonnen, die festgehaltenen Mängel zu modifizieren und Lösungen in die Wege zu leiten. Die bereits sehr hohen Qualitätsmerkmale im KSM werden dadurch gesichert und weiter ausgebaut.

Patienten bestätigen gute Qualität

Neben der Experten-Analyse betroffener Prozessabläufe wurden auch Beurteilungen der Patienten eingeholt. Rund 340 Patienten wurden dazu mit einem Fragebogen bedient, worin sie verschiedene Leistungen des Spitals Münsterlingen in Bezug auf die Patientensicherheit mit «genügend» bis «sehr gut» beurteilen konnten. Auch diese Feedbacks wurden durch das unabhängige Expertenteam ausgewertet und mit rund 160 anderen Spitälern – vorwiegend aus Österreich und Deutschland – verglichen. Der Vergleich bescheinigt dem Kantonsspital Münsterlingen eine durchschnittlich rund 10 Prozent bessere Qualitätsbewertung aus Sicht des Patienten. Ein äußerst erfreuliches und motivierendes Resultate. Denn es bescheinigt, daß die hohe Qualität wie auch die konstanten Bemühungen zum Qualitätsausbau der Patientensicherheit durch die Patienten wahrgenommen und geschätzt werden.
 

GRB: Aus Schadenereignissen lernen
Das Analyse-Tool «Riskala» der Gesellschaft für Risiko-Beratung (GRB) ist ein Assessment-Instrument zur Identifizierung, Bewertung und Bewältigung von Risiken und Gefahren in der Versorgung von Patienten. Die Grundidee besteht darin, Lehren aus Schadenereignissen für andere Spitäler zu nutzen. Die Mitarbeiter von RGB beobachten die Abläufe, sehen Dokumentationen an, weisen auf Mängel hin und machen Vorschläge. Als Tochtergesellschaft eines Maklers, der Krankenhäusern Versicherungsschutz vermittelt, kann die GRB für ihre Arbeit auf eine Datenbank mit über 100’000 Haftpflichtfällen seit 1994 zurückgreifen.
ThurgauThurgau / 23.06.2009 - 15:23:03