Thurgauer Wirtschaft läuft gut
Die Thurgauer Wirtschaft floriert. Das zeigen die Resultate der traditionellen Wirtschafts-Umfrage, welche die Thurgauer Kantonalbank (TKB) jeweils zum Jahreswechsel bei ihren Firmenkunden durchführt.
Das konjunkturell günstige Umfeld hat 2007 auch die Thurgauer Wirtschaft beflügelt. Dies lässt sich aus den Ergebnissen der TKB-Wirtschaftsumfrage ablesen, welche die Bank Ende Dezember/Anfang Januar bei ihren Firmenkunden durchführte. Die allgemeine Beurteilung der Geschäftstätigkeit fiel im Vergleich zum Vorjahr noch einmal deutlich positiver aus. 72 Prozent oder 260 der antwortenden Unternehmen bezeichneten sie als gut. 2006 lag diese Quote noch bei 66 Prozent.
Höhere Umsätze und Gewinne
Die Zahl der Unternehmen mit höheren Umsätzen wuchs gegenüber dem Vorjahr deutlich. Gegen 70 Prozent der Firmen verzeichneten 2007 ein Plus. 2006 hatte noch die Hälfte der Unternehmen von einer Ausweitung des Geschäftsvolumens berichtet. Obwohl das Niveau schon in den Vorjahren hoch war, konnten zahlreiche Unternehmen 2007 nochmals kräftig wachsen. Die Hälfte der Betriebe verzeichnete eine Gewinnsteigerung, nur ein Zehntel meldete Ertragsrückgänge. Vier von zehn Betrieben konnten ihren Personalbestand ausbauen, und auch der Auslastungsgrad der Produktion verbesserte sich deutlich.
Fast jedes zweite der befragten Thurgauer Unternehmen konnte von höheren Auslastungen berichten. Erstmals enthält die Wirtschafts-Umfrage der TKB Angaben, wo die Teilnehmer ihren Umsatz erwirtschaften. Während die Unternehmen bis 49 Mitarbeitende ihren Umsatz 2007 überwiegend lokal erwirtschafteten, verteilte sich der Umsatz der Unternehmen ab 50 Mitarbeitenden verstärkt auf regionale und europäische Märkte. Dabei profitierten die Firmen von der höheren und robusten Nachfrage aus dem In- und Ausland.
Mehrjahresvergleich zeigt Aufwärtstrend
Der Rückblick über mehrere Jahre hinweg zeigt einen klaren Aufwärtstrend. Die Umsätze der Unternehmen verbesserten sich seit 2002 stetig. 2006 meldeten rund 70 Prozent der Firmen Umsatzsteigerungen, 2007 waren es immer noch zwei Drittel. Dieser Trend ist auch bei der Ertragsentwicklung festzustellen. Mehr als die Hälfte der befragten Betriebe erhöhten ihre Gewinne und setzten die seit 2002 positive Entwicklung fort. 38 Prozent der Unternehmen stellten im vergangenen Jahr zusätzliches Personal ein.
Verhalten optimistischer Ausblick
Nach dem fast fünf Jahre währenden Aufwärtstrend gerät nunmehr eine leichte Abkühlung der wirtschaftlichen Entwicklung in Sichtweite. Die befragten Unternehmen äussern sich in ihrer Prognose für 2008 denn auch weniger optimistisch. Nur noch etwa vier von zehn Betrieben rechnen mit weiter steigenden Umsätzen. Positiv fällt in diesem Zusammenhang allerdings auf, dass kein starker Rückgang der Umsätze antizipiert wird, sondern vielmehr eine Stabilisierung der Umsätze auf sehr hohem Niveau. Ähnliches zeigt sich auch bei den Beschäftigungsprognosen. Hier wird ebenfalls eine geringere Steigerungsrate vorausgesagt.
Unterschiedlich gestimmte Branchen
Uneinheitlich sind die Erwartungen der verschiedenen Branchen. Während die Bauwirtschaft nach dem grundsätzlich positiven Verlauf des letzten Jahres eher vorsichtig in die Zukunft blickt, erwarten andere Branchen eine Stabilisierung auf dem erreichten hohen Niveau. In der Maschinen- und Apparateindustrie blicken 45 Prozent der Unternehmen wachsenden Umsätzen entgegen. Bei den Dienstleistungsunternehmen sind dies immerhin noch 40 Prozent, und im Grosshandel erwarten nach dem eher mässigen Resultat der vergangenen beiden Jahre sogar 56 Prozent der befragten Unternehmen steigende Verkäufe.
Ähnlich fällt die prognostizierte Gewinnentwicklung aus, und der Personalbestand soll sich wie 2007 bei fast der Hälfte der Unternehmen erhöhen. Im Bau- und Baunebengewerbe erwarten nur 17 respektive 28 Prozent der Umfrageteilnehmer ein grösseres Auftragsvolumen für das laufende Jahr. Die Gewinnerwartungen liegen ebenfalls deutlich unter dem Prognosen-Schnitt der Umfrage. Nur gerade 10 Prozent der Unternehmen erwarten ein Beschäftigungswachstum.
Fazit und Ausblick
Nach den sehr positiven Zahlen des vergangenen Jahres wird der Aufwärtstrend vor dem Hintergrund der globalen Entwicklungen und insbesondere der derzeitigen Krise an den Kapital- und Immobilienmärkten vorerst wohl gebremst. Die 364 Teilnehmer der TKB-Wirtschaftsumfrage erwarten entsprechend für das kommende Geschäftsjahr eine schwächere Umsatz- und Gewinnentwicklung. Behält man jedoch das generell positive Umfeld in der Schweiz mit dem nach wie vor robusten privaten Konsum im Blick, so deuten die Zeichen eher auf eine nur kurzfristige Abkühlung hin.
Langfristig dürften die Schweiz und damit auch der Thurgau in der Lage sein, die Wachstumsdelle schnell zu überwinden. Dabei ist insbesondere die Verteilung der Umsätze auf die verschiedenen europäischen Märkte und die damit verbundene Streuung der Abhängigkeit von einzelnen lokalen Entwicklungen von Vorteil. Insgesamt dürfte sich die Thurgauer Wirtschaft als krisenrobust erweisen.
Broschüre „Wirtschaft Thurgau 2007“
Die detaillierte Auswertung der neuesten Wirtschafts-Umfrage der Thurgauer Kantonalbank enthält die Broschüre „Wirtschaft Thurgau 2007“. Die Publikation liegt demnächst bei jeder Bankstelle der TKB auf. Sie kann im PDF-Format auch hier heruntergeladen werden.



























