
Thurgauer Regierung besuchte Infanteriebataillon 65
TG. Der Thurgauer Gesamtregierungsrat hat gestern, anlässlich der Truppenübung Neon Four das Infanteriebataillon 65 besucht.
Über 800 Armeeangehörige haben im Thurgau einen subsidiären Sicherungseinsatz geübt und dabei Objekte bewacht oder Checkpoints betrieben.
Das Infanteriebataillon 65 unter dem Kommando von Oberstleutnant Christoph Buschor (Zürich) erhielt am Dienstag, den 28. April, hohen Besuch. Die Thurgauer Kantonsregierung mit Regierungspräsident Bernhard Koch, Vizepräsident Claudius Graf-Schelling, Regierungsrätin Monika Knill, den Regierungsräten Jakob Stark und Kaspar Schläpfer sowie Staatsschreiber Rainer Gonzenbach besuchte das Bataillon an verschiedenen Standorten im Feld. Dies bei kaltem, nassem Wetter aus Anlass der Truppenübung Neon Four.
Über 800 Mann im Einsatz
An der vom 27. bis 29. April 2009 dauernden Übung Neon Four haben über 800 Armeeangehörige des Infanteriebataillons 65 teilgenommen, das der Ostschweizer Infanteriebrigade 7 unterstellt ist. Rund 200 Militärfahrzeuge wie Radschützenpanzer, Aufklärungsfahrzeuge Eagle sowie Last- und Lieferwagen haben dabei im Einsatz gestanden. Die Übung wurde von Brigadier Hans-Peter Wüthrich, Kommandant der Inf Br 7, geleitet. Der Einsatzraum erstreckte sich über die Kantone Zürich (nordöstlicher Kantonsteil), Schaffhausen und Thurgau.
Die Truppenübung beinhaltete unter anderem Fahrzeugverschiebungen, kurzfristig eingerichtete Checkpoints, die Bewachung von Objekten mit Zutrittskontrollen und Einsätze von Markeuren. Im Rahmen dieser Raumsicherungsübung hat das Infanteriebataillon 65 an mehreren Standorten im Kanton Thurgau Objekte von besonderer Bedeutung bewacht. Subsidiäre Sicherungseinsätze, wie sie anlässlich von Neon Four trainiert wurden, stehen immer unter der Hoheit der zivilen Behörden. «Wichtig bei solchen Einsätzen ist das Zusammenspiel zwischen den zivilen Behörden und der militärischen Führung», wie der Kommandant der Infanteriebrigade 7, Brigadier Hans-Peter Wüthrich ausführte.
Armee und Polizei gemeinsam
In die Übung mit einbezogen waren neben dem Inf Bat 65 auch der Kantonale Führungsstab KFS und die Kantonspolizei Thurgau mit mehreren Detachementen. Wie ein Zusammenspiel zwischen Armee und zivilen Organisationen verläuft, wurde der Thurgauer Regierung an drei Standorten demonstriert. In Amlikon wurde eine Situation gezeigt, bei welcher Armeeangehörige, die ein Objekt rund um die Uhr bewachten, durch eine Gruppe von Demonstranten bedroht wurden. Auf Grund der vorher zwischen der Armee und den zivilen Behörden festgelegten Einsatzregeln wurde die Kantonspolizei alarmiert. Ein herbeigerufenes Ordnungsdienst-Detachement der Thurgauer Kantonspolizei löste die Demonstration rasch auf. Die Armee zog sich, wie in den Einsatzregeln zuvor festgelegt, während des Polizeieinsatzes zurück.
Wertvolle Erfahrungen
Für den Stabchef des Kantonalen Führungsstabes, Niklaus Stähli, sind Übungen wie NEON FOUR wertvolle Erfahrungen. «Wir haben es geschafft, den theoretischen Ansatz der subsidiären Sicherungseinsätze in die Praxis umzusetzen. Sehr wichtig sind auch der Dialog und der Schulterschluss zwischen Armee und Behörden», so Niklaus Stähli. Zudem habe man jetzt im Kantonalen Führungsstab gute Grundlagen. Für Hans Baltensperger, Kommandant der Kantonspolizei Thurgau, ist es wichtig, dass die Rolle zwischen der Armee und den Polizeibehörden vor dem Einsatz klar definiert ist. Diesbezüglich seien die Abspracherapporte und die Ausarbeitung der Einsatzregeln eine sehr wertvolle Erfahrung gewesen.
Im Namen der Thurgauer Regierung bedankte sich Claudius Graf-Schelling, Vorsteher des Departements für Justiz und Sicherheit, für die Gelegenheit zur Besichtigung der Truppenübung. «Mit der Übung NEON FOUR
und dem Einbezug des Kantonalen Führungsstabes wurde ein Beitrag geleistet, der mit der Realität stark verknüpft ist», sagte der Thurgauer Sicherheitsdirektor zum Abschluss des Truppenbesuches.