
Thurgauer Parlament fürchtet Atom-Endlager nicht
Weinfelden/TG. Die Mehrheit des Thurgauer Grossen Rats ist der Meinung, in der Schweiz erzeugte atomare Abfälle müssten auch im Inland gelagert werden. Über die Art der Suche nach einem Endlager gingen die Meinungen aber auseinander.
Der Thurgauer Grosse Rat diskutierte am Montag über die Antwort der Regierung zu einer Interpellation von SP-Kantonsrat Daniel Badraun. Beschlüsse werden bei solchen Diskussionen nicht gefällt.
Badraun hatte nach der Haltung der Regierung zur Endlagersuche gefragt, besonders zu einem möglichen Lager in Benken ZH. Die Regierung fand, sie werde vom Bund und der Nagra gut über die Suche nach einem Tiefenlager informiert. Der Kanton sei zudem auch in den weiteren Ablauf der Suche gut eingebunden.
Gleichbehandlung aller Regionen
Regierungsrat Jakob Stark erklärte am Montag dazu noch einmal, man stehe zu einer Entsorgung im Inland. Gleichzeitig bestehe man darauf, dass bei der Evaluation alle Regionen gleich behandelt würden.
Vor allem aus den Reihen der SP und der Grünen wurde ein Engagement der Kantonsregierung gegen das Lager bei Benken angemahnt. Die Nagra-Suche berücksichtige neueste Entwicklungen und Erkenntnisse nicht.
Vertreter der anderen Fraktionen dagegen fanden, die Suche müsse «sachlich und transparent» erfolgen. Berücksichtigt werden müsse dabei, dass es in der Schweiz eben keine menschenleeren Gegenden gebe, in denen ein Atommüll-Endlager angelegt werden könne.