Thurgau – Mehr Flüchtlinge aus Afrika
Frauenfeld/TG. Dem Thurgau wurden im vergangenen Jahr 207 Flüchtlinge zugewiesen - 160 mehr als ein Jahr zuvor.
Vermehrt kommen die Flüchtlinge aus afrikanischen Ländern, Afghanistan und Sri Lanka. Wie die Thurgauer Regierung in ihrer am Freitag veröffentlichten Antwort auf eine Einfache Anfrage von SVP-Kantonsrat Moritz Tanner mitteilt, lebten 2008 in den Thurgauer Durchgangsheimen 259 (2007: 105) Flüchtlinge.
Mehr als sieben Jahre im Land
93 weitere Personen lebten als vorläufig Aufgenommene im Kanton. 2007 waren es 368 gewesen. Der Rückgang ist nicht auf Ausreisen zurück zu führen, sondern darauf, dass sich die meisten Betroffenen länger als sieben Jahre im Land aufhielten. Dann unterstehen sie nicht mehr dem Asylrecht.
2008 wurden 14 der im Thurgau lebenden Flüchtlinge vorläufig aufgenommen. Sechs stammten aus Eritrea, drei aus dem Irak, zwei aus Sri Lanka und je eine Person aus dem Iran, aus Nepal beziehungsweise aus der Türkei. Die meisten neuen Flüchtlinge kommen laut Bundesamt für Migration (BFM) aus Eritrea, Afghanistan, Somalia, Nigeria und Sri Lanka.
Faktischer Zuweisungsstopp
Weil der Kanton Thurgau Standort des Empfangszentrums in Kreuzlingen ist, habe Ende 2008 beim BFM ein faktischer Zuweisungstopp erreicht werden können, schreibt die Kantonsregierung weiter. Der Kanton wolle erreichen, dass die Zahl der Zuweisungen – durch das Empfangszentrum – nicht mehr so stark schwanke wie bis anhin.
Zudem hätten Rückfragen beim BFM ergeben, dass seit Inkrafttreten des Schengen-/Dublin-Abkommens die Fingerabdrücke von 404 Asylsuchenden mit jenen in der zentralen Datenbank Eurodac verglichen worden seien. 249-mal habe sich dabei gezeigt, dass die Flüchtlinge bereits in einem anderen Land erfasst worden waren. Die ersten Betroffenen hätten auch bereits die Schweiz verlassen.
Kein Daueraufenthalt im Zivilschutzbunker
Zeichne sich ein längerer Aufenthalt der Flüchtlinge ab, müssten sie den Gemeinden zugewiesen werden. Dadurch sollten auch die Gemeinden mit Durchgangsheimen entlastet werden. Da sich andere Gemeinden gegen die Eröffnung neuer Durchgangsheime wehrten, müssten sie die Flüchtlinge anders unterbringen, so die Regierung. Zivilschutz- oder Militärunterkünfte seien als Daueraufenthaltsort dafür aber nicht geeignet.



























