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Teure Bratwurst

Urnäsch. Die 68-jährige Frau, die in Urnäsch einen Brand auslöste, und damit 10'500 Quadratmeter Wald zerstört hat, muss eventuell mit weitgehenden finanziellen Folgen rechnen.

Der Waldbrand in Urnäsch vom Sonntag, 22. April, sorgte für Furore. Ganze 10’500 Quadratmeter Wald wurden zerstört, als eine 68-jährige Frau zusammen mit ihrem Enkel auf der Alp Kotnecker Würste braten wollte und dabei einen Brand auslöste. «Der Gesamtschaden kann momentan noch nicht beziffert werden, da in einem solchen Fall viele verschiedene Faktoren mitspielen», erklärt Willi Moesch, Mediensprecher der Ausserrhoder Kantonspolizei.

Waldverordnung ausreichend
Nicht nur von beiden Appenzell, sondern auch von vielen anderen Schweizer Kantonen folgten akute Waldbrandwarnungen wegen der Trockenzeit. Auf ein generelles Feuerverbot hat man in Inner- sowie Ausserrhoden aber verzichtet. «Appenzell Ausserrhoden verfügt über eine sehr gute kantonale Waldgesetzgebung», sagt Moesch. Diese besagt, dass Feuern im Wald oder in Waldesnähe grundsätzlich verboten, beziehungsweise nur an bewilligten Feuerstellen sowie an anderen geeigneten Stellen gestattet ist, sofern mindestens [ein Abstand von vier Metern zum nächsten Baum eingehalten wird. Momentan gehe es mehr darum, den Leuten dieses Gesetz wieder in Erinnerung zu rufen, so Moesch weiter.

Auch wenn der Schaden noch nicht genau beziffert werden kann, ist klar, dass das abgebrannte Gebiet viel Zeit brauchen wird, um sich zu erholen. Wie Heinz Nigg vom Ausserrhoder Oberförsteramt erklärt, will man den menschlichen Einfluss während der Erholungsphase möglichst klein halten. «Wir werden jetzt ein Jahr abwarten und sehen, wie gut sich das Gebiet selbst regenerieren kann», sagt er.

Kein Freiheitsentzug
Die 68-jährige Frau, die in Urnäsch den Brand verursacht hat, hat nicht nur gegen die Waldverordnung verstossen. Wie Fritz Wüst vom Ausserrhoder Verhöramt erklärt, hat sie auch gegen Artikel 222 im Strafgesetzbuch verstossen, der das fahrlässige Verursachen einer Feuersbrunst regelt. Die Frau wurde vor dem Verhöramt angezeigt. Mit welchen Folgen sie zu rechnen hat, ist laut Wüst noch nicht festgelegt. Sicher sei jedoch, dass sie nicht mit einem Freiheitsentzug zu rechnen hat, da seit Jahresanfang keine Kurz-Freiheitsstrafen mehr ausgesprochen werden. Die kürzeste Gefängnisstrafe sei sechs Monate, und soviel würde die Brandverursacherin nicht erhalten. Also müsse sie mit einer Busse rechnen, die sich nach ihrem Einkommen und ihrem Vermögen richtet.

Weiter brisant ist in diesem Fall die Versicherungsfrage. Eine von unserer Zeitung angefragte Versicherung bestätigt, dass sie in einem solchen Fall mit grosser Wahrscheinlichkeit Regress auf die Brandverursacherin nehmen würde, da klar eine fahrlässige Handlung vorliege. Sollte die Versicherung der alten Frau gleich handeln, könnte das Grillieren im Wald die Dame mehrere 10’000 Franken kosten.


Weitere Artikel zu diesem Thema:
«Rentnerin löste Waldbrand aus», (23.04.2007)
– Bildergalerie: «Waldbrand in Urnäsch», (23.04.2007)

Appenzell AusserrhodenAppenzell Ausserrhoden / 02.05.2007 - 11:01:00