
Teufen feiert und ehrt Grubenmann
Teufen. Die Gemeinde Teufen ehrt 2009 Hans Ulrich Grubenmann (1709-1783), seines Zeichens Pionier des Brückenbaus und Kirchenarchitekt
Als Pionier der Baukunst hat Hans Ulrich Grubenmann (1709-1783) kühn gespannte Holzbrücken und weiträumige Kirchen erschaffen. Mit einem Grubenmann-Jahr erinnert Teufen AR 2009 an die Ostschweizer Baumeister-Familie.
Kirchen in Teufen, Trogen, Stein AR, Brunnadern SG, Erlen TG oder Wädenswil ZH zeugen vom Können Hans Ulrich Grubenmanns, des beudeutendsten Vertreters der Familie. Die reformierte Kirche von Wädenswil gehört mit ihrer Spannweite von 20 auf 36 Meter bis heute zu den grössten stützenfreien Kirchenräumen.
Im 18. Jahrhundert war der gelernte Zimmermann und autodidaktische Bauingenieur vor allem bekannt für seine weit gespannten Holzbrücken. So entstand in Schaffhausen 1755 bis 1758 eine gedeckte Holzbrücke mit 119 Metern Spannweite. Grubenmann konstruierte das Bauwerk so, dass es ohne Mittelpfeiler auskam.
Schaffhauser Rheinbrücke
In den Kriegswirren von 1799 wurde die Schaffhauser Rheinbrücke durch die Franzosen zerstört, ebenso wie andere Grubenmann-Brücken. Erhalten geblieben sind zahlreiche Pläne und Originalmodelle. Die filigranen Miniatur-Holzkonstruktionen sind seit 1979 in der Grubenmann-Sammlung in Teufen zu sehen.
Zusammen mit seinem Bruder Jakob (1694-1758) baute Hans Ulrich Grubenmann nach dem Stadtbrand von Bischofszell 1743 mehrere stattliche Bürgerhäuser, die noch heute das Bild der Altstadt prägen. Von Jakob Grubenmann stammen das Haus Wetter in Herisau und mehrere prunkvolle Wohnhäuser in Lindau D am Bodensee.
Veranstaltungsreihe
Mit einer Reihe von Veranstaltungen in Teufen erinnert die Grubenmann-Stiftung im kommenden Jahr an Hans Ulrich Grubenmann, «dessen Genialität Laien und Fachleute noch immer fasziniert», wie der Stiftungspräsident und Ausserrhoder Landammann Jakob Brunnschweiler schreibt.
Man wolle erkunden, welche Inspirationen das Werk dieses Wegbereiters der Baukunst und des Ingenieurwesens für das 21. Jahrhundert bereit halte und «welche Impulse auf die Baukultur der Gegenwart von ihm ausgehen könnten». Auftakt zur Veranstaltungsreihe ist am 5. Januar.
Als Sohn eines Zimmermanns trat Hans Ulrich Grubenmann in die Fussstapfen seines Vaters und seiner beiden Brüder. Ohne theoretische Ausbildung, aber mit Lerneifer, Beobachtungsgabe, Gestaltungswillen, Eigensinn, handwerklicher Intuition und wachsender Erfahrung mit dem Baustoff Holz schuf er Werke von Eleganz und technischer Vollkommenheit.
Sondermarke zum 300. Geburtstag
Zum 300. Geburtstag von Hans Ulrich Grubenmann gibt die Post im kommenden März eine Sondermarke heraus. Die 85-Rappen-Marke zeigt ein Porträt des Teufner Baumeisters und sein berühmtestes Bauwerk, die Rheinbrücke von Schaffhausen.
Erstausgabe der Sondermarke ist am 5. März 2009, wie die Gemeindezeitung «Tüüfner Poscht» bekanntgab. Die Post und Grubenmann-Stiftung verkaufen die neue Briefmarke im «Alten Bahnhof», der heute die Grubenmann-Sammlung beherbergt. Verwendet wird ein spezieller Ersttagsstempel.