Tauben-Puzzle stilisiert Thurgauer Konturen
TG. Erstmals in der neueren Thurgauer Kirchengeschichte organisiert die Evangelische Landeskirche einen Grossanlass, an dem sich alle 67 Kirchgemeinden beteiligen.
Mit dem Thurgauer Kirchensonntag am 28. Juni soll im Calvinjahr Verbundenheit in Vielfalt gelebt werden und landeskirchliches Profil gezeigt werden. 67 Puzzleteile wachsen am Kirchensonntag zusammen.
Die Taube steht als Signet für den Thurgauer Kirchensonntag, den die Evangelische Landeskirche Thurgau anlässlich des 500. Geburtstags des Genfer Reformators Johannes Calvin in Affeltrangen am 28. Juni über die Gemeindegrenzen hinweg feiert. Woran denkt man, wenn man den Namen Calvin hört? An seine Sittenstrenge? An die These, dass seine Theologie den Grundstein für den modernen Kapitalismus gelegt haben soll? An seinen Anteil am Todesurteil gegen Michael Servet? An seinen Beitrag zur weltweiten Bedeutung der Stadt Genf als Sitz unzähliger internationaler Organisationen?
Erneuerung des Gottesdienstes
Dies alles mag auch zu Calvin gehören. Aber nicht nur. Was bedeutend weniger bekannt ist: Calvin hat sich auch für die Erneuerung des Gottesdienstes engagiert. Er hat sich nicht gescheut, einen der damals bekanntesten französischsprachigen Dichter Clément Marot mit der Aufgabe zu betrauen, biblische Psalmen in Strophen nachzudichten, damit sie von der Gemeinde gesungen werden konnten. Das war der Anfang des reformierten Kirchengesangbuches.
Gemeinsam zur Ehre Gottes feiern
An dieses Engagement Calvins für den Gottesdienst knüpft die Evangelische Landeskirche an, wenn sie zum Thurgauer Kirchensonntag mit dem Untertitel «gemeinsam feiern» einlädt. Im Mittelpunkt des Zusammenseins steht ein feierlicher und familienfreundlicher Gottesdienst unter Mitwirkung verschiedener Chöre. Das gemeinsame Feiern soll anschliessend dann im geselligen Rahmen weitergehen. «Mag sein, dass der asketische Calvin am gesellig-gemütlichen Teil etwas weniger Freude hätte», sagt Kirchenrats- und OK-Präsident Pfarrer Wilfried Bührer. Doch steht dem Sinn des Kirchensonntags nicht im Weg, der nicht eine Feier zu Ehren Calvins sein soll. „Das wäre wohl überhaupt nicht in Calvins Sinn. Wir wollen vielmehr ein Fest zu Ehren Gottes feiern, was sicher ganz Calvins Sinn entspräche“, erklärt Bührer.
Profil über Gemeindegrenzen hinaus
Die Pflege der Gemeinschaft soll durchaus über den gottesdienstlichen Rahmen hinaus gehen – auch über die Kirchgemeindegrenzen hinweg. Gerade die Vielfältigkeit der einzelnen Kirchgemeinden liegt protestantischem Verständnis zugrunde. Die Verbundenheit untereinander unter dem Dach der Evangelischen Landeskirche soll gelebt werden. Dazu gehört auch ein familienfreundliches Rahmenprogramm, das jeder Altersgruppe etwas bietet. Mit den Einladungen für den Thurgauer Kirchensonntag hat jede der 67 evangelischen Kirchgemeinden ein Puzzleteil aus Holz erhalten. Im Gottesdienst werden die Teile, die jede Gemeinde individuell ausgestaltet, zu einem grossen Holzbild zusammengefügt. Das Bild zeigt die Umrisse des Kantons Thurgau in Form einer stilisierten Taube in den Kantonsfarben zusammen mit dem Bodensee.



























