Tagesstrukturen sind ein voller Erfolg
AR. Die Auswertung der Angebote an Tagesstrukturen zeigt ein erfreuliches Ergebnis. In zehn von zwanzig Gemeinden besteht ein umfassendes Angebot an Tagesstrukturen.
Das Angebot an Tagesstrukturen in Appenzell Ausserrhoden wurde von der Pädagogischen Hochschule St.Gallen ausgewertet – mit erfreulichem Ergebnis: In zehn der zwanzig Ausserrhoder Gemeinden besteht ein umfassendes Angebot an Tagesstrukturen. Damit haben rund 80 Prozent der Lernenden in der Volksschule die Möglichkeit, solche Angebote zu nutzen.
Zudem haben die Erziehungsberechtigten eine positive Haltung zu den Angeboten, unabhängig davon, ob sie diese nutzen. Dies das Resultat der wissenschaftlichen Auswertung des Projekts 2 «Bedarfgerechte Tagesstrukturen in der Volksschule» des Regierungsprogramms 2007 bis 2011.
Zufrieden mit Rahmenbedingungen und Qualität
Ob Kinderkrippe, Mittagstisch oder Aufgabenbetreuung; heute gehören solche Tagesstrukturen vielerorts zum Alltag. Rund 800 Fragebogen von Eltern, deren Kinder die Angebote nutzen und solchen, welche diese nicht besuchen, wurden von der Pädagogischen Hochschule St.Gallen in einer Umfrage ausgewertet.
Die Erziehungsberechtigten, deren Kinder Tagesstrukturen erleben, beurteilen folgende Aspekte besonders positiv: das gute Klima in der Betreuung; das Kind besucht das Angebot gerne; das Verhältnis zwischen Betreuungspersonen und Erziehungsberechtigten ist gut; die Möglichkeiten, dass Kinder sich bewegen und spielen können; die Regelung der Betriebszeiten und das Vorhandensein klarer Regeln. Die Preise der Angebote werden durch die Schulträger festgelegt. Im kantonalen Durchschnitt zahlen Eltern für die Teilnahme eines Kindes am Mittagstisch 14.10 Franken, was meist als angemessen beurteilt wird.
Beitrag zur Vereinbarkeit von Berufstätigkeit und Erziehungsarbeit
Aus der Befragung lassen sich weitere interessante Merkmale ableiten. So geben 55 Prozent der die Angebote nutzenden Eltern an, dass das Kind sonst alleine zu Haus wäre und weitere 31 Prozent finden das Angebot pädagogisch sinnvoll. 72 Prozent der Nutzer können dank den ergänzenden Angeboten einer zusätzlichen Erwerbstätigkeit nachgehen. Tagesstrukturen tragen also klar dazu bei, die Vereinbarkeit von Berufstätigkeit und Erziehung zu verbessern.
Nutzung und anderweitige Betreuung
Hochgerechnet besuchen rund 20 Prozent der Kinder im Primarschulter fallweise oder regelmässig die Angebote. Als Hauptgrund für den Nichtbesuch der Tagesstrukturen wird die Betreuung durch einen Elternteil zu Hause (82 Prozent) oder durch eine andere Person (26 Prozent) (Verwandte, Bekannte) angegeben. 17 Prozent betrachten ihr Kind als selbständig genug, um die Zeit ohne Betreuung überbrücken zu können. Für 10 Prozent sind die Angebote zu teuer.
Geringes Bedürfnis und fallweise lokale Regelungen
Auch die Gemeinden ohne umfassende, regelmässige und schulisch geführte Tagesstrukturen setzen sich mit dem Thema auseinander und haben teilweise den lokalen Verhältnissen angepasste Angebote aufgebaut. So werden zum Beispiel Mittagstische ein bis zwei Mal pro Woche durch Private angeboten.
Die Evaluation der PH St.Gallen kommt zum Schluss, dass der politische Wille für die Einführung von Tagesstrukturen in diesen Gemeinden wenig vorhanden sei. Begründet wird dies mit der ländlichen und dörflichen Situation, den vorherrschenden familiären Strukturen und dem geringen Bedürfnis nach ergänzender Betreuung.
Entwicklungshinweise und Empfehlungen – Diskussion der Ergebnisse
Der Evaluationsbericht formuliert eine Reihe von Empfehlungen für den Kanton und die Gemeinden.
Regierungsrat und Projektleitung betrachten den Evaluationsbericht als erfreuliche Zwischenbilanz des im Rahmen des Regierungsprogramms 2007 bis 2011 lancierten Projektes.
Neben den hilfreichen Hinweisen zur Optimierung und Weiterentwicklung, nehmen die Verantwortlichen die breite Akzeptanz verschiedener Familien- und damit auch Lebensformen mit Befriedigung zur Kenntnis. In den kommenden Monaten sollen die Evaluationsergebnisse in den Gemeinden ausgewertet und bei Bedarf mit der Bevölkerung diskutiert werden.
Gesamtbericht im Internet
Der Gesamtbericht ist im Internet unter www.ar.ch zu finden. Der Bericht kann auch in Papierform angefordert werden: Departement Bildung, Sekretariat, Claudia Iten, Regierungsgebäude 9102 Herisau 071 353 67 35; Claudia.Iten@ar.ch.



























