Streichmusik Alder heftet sich an Rihannas Fersen
Urnäsch. Die Streichmusik Alder und Rapper Bligg knacken die Top Ten der Hitparade. appenzell24.ch verlost den Top Ten-Hit.
Die Volksmusik Alder schafft im Duett mit Rapper Bligg Historisches: Mit dem Song «Volksmusigg» schaffen sie den Sprung in die Top Ten der Schweizer Hitparade und hinterlassen eine Spur der Verblüffung. Der einzig wahre Superstar ist jedoch der 86-jährige Ueli Alder.
Linkin Park, Amy Winehouse, Nickelback und Seal haben sie bereits eiskalt hinter sich gelassen. Nun warten Timbaland, Rihanna und Alicia Keys, bis sie von der Erfolgswelle der Streichmusik Alder überrollt werden. Streichmusik? Ja genau, die hausgemachte Traditionsmusik aus dem Appenzellerland schlägt sie alle – ob nun tiefschwarzen Rock, britischen Soul oder amerikanische Schnulzen.
Was sich irgendwie unrealistisch anhört, ist tatsächlich wahr und nun wurde die Tatsache auch noch offiziell bestätigt: In der neusten Ausgabe der offiziellen Schweizer Single-Hitparade, welche am Sonntag auf DRS 3 ausgestrahlt wurde, steht die Single «Volksmusigg» des Rappers Bligg mit der Streichmusik Alder aus Urnäsch auf Platz sieben und schafft damit zum ersten Mal den Sprung unter die ersten Zehn.
Mitte Dezember des vergangenen Jahres stieg der Song in der Hitparade gleich auf Platz 14 ein. Die bisher höchste Klassierung wurde Ende Dezember mit dem elften Platz registriert, fiel dann aber auf Rang 31 ab. Mit dem Auftritt von Bligg und der Streichmusik Alder an der Verleihung des Swiss-Awards vor bald zwei Wochen wurde das Experiment, nämlich die Verschmelzung von traditioneller Volksmusik mit Rap, erfolgreich fortgesetzt. Unsere Zeitung sprach mit Hansjürg Freund, Spieler der Handorgel in der Streichmusik Alder.
Herr Freund, die Kombination von Rap und Volksmusik muss man erst einmal verdauen. Wie kommt man überhaupt auf so eine exotische Idee?
Ursprünglich war es das Schweizer Fernsehen, welches mit diesem Vorschlag auf uns zukam. Im August des letzten Jahres wurden wir das erste Mal kontaktiert. Dies, weil sie für die Sendung «Schweizer Hits» unter dem Schwerpunkt «Heimat» etwas Neues schaffen wollten. Eine «glatte Idee», dachten wir, welche die Volksmusik fördert und uns den Horizont erweitert. Wir hielten stets unser Mitspracherecht am Projekt und unsere Bedingung war, dass man damit die Volksmusik nicht «verhunzt». Also stimmten wir dem Vorhaben zu – ohne jegliche Hintergedanken.
Und, was sagen Sie nun zu diesem Traumergebnis: Ein Platz in den Top Ten? Selbst Rockröhre Lenny Kravitz haben sie hinter sich gelassen…
Zu Beginn des Projektes hätten wir nicht mit solch einem Echo und Erfolg gerechnet. Etwas speziell ist es schon, da Volksmusik normalerweise ja nicht wirklich «hitparaden-tauglich» ist. Nach den ersten Erfolgen nach der Erstausstrahlung im November warfen wir dann aber doch jede Woche einmal einen Blick in die Hitparade. Der Auftritt an den Swiss-Award war es dann aber, der uns in die Top Ten katapultierte.
Wie reagieren die jungen Leute auf diese Musik?
Die Jugendlichen finden den Sound cool und die Rückmeldungen waren ebenso extrem positiv. Die älteren Menschen zeigen sich aber etwas skeptisch und haben mehr Mühe damit. Sie gehen weniger offen mit dieser Verschmelzung um und setzen sich nicht genügend mit dem Text von Bligg auseinander. Denn er greift darin die Problematik der Volksmusik auf, dass die elektronischen Medien keine volkstümliche Musik mehr spielen will.
Wann kommt das erste Album von Ihnen und Bligg in die Läden?
Gleich eine ganze CD werden wir wohl eher weniger aufnehmen. Es gibt aber Ideen, dass nun Bligg zur Appenzellermusik rappen soll. (Beim Song «Volksmusigg» ist es die Streichmusik Alder, welche Bligg musikalisch unterstützt, Anmerkung der Redaktion). Dies alles ist aber erst in der Planungsphase. Zudem organisieren wir auch weitere Liveauftritte und Konzerte an Openairs.
Wie ist die Beziehung zwischen der Streichmusik Alder und Bligg?
Wir haben auch privat viel Kontakt mit Bligg. Sind wir zusammen, haben wir ein riesiges Fest. Erstaunlich ist aber, dass sich er und der 86-jährige Ueli Alder prächtig verstehen. Dies ist sowieso ein Phänomen der besonderen Art. Denn die Jungen flippen bei Ueli Alder völlig aus. Bei einem kürzlichen Auftritt im Hallenstadion mit den Sugarbabes und Baschi gab es ein kleines Interview mit Alder. Danach gab es kein Halten mehr, alle schrieen nach ihm – einfach wunderbar.
Singles zu gewinnen
appenzell24.ch verlost drei Singles «Volksmusigg» von Bligg und der Streichmusik Alder. Und so geht es: Einfach ein Mail schreiben an wettbewerb@appenzell24.ch mit dem Betreff «Volksmusigg». Die Gewinner werden am Montag, 4. Februar, auf appenzell24.ch veröffentlicht.



























