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Streethockey: Nationalteam im Appenzellerland

Herisau. Während fünf Tagen werden die Trainings im Sportzentrum durch ein Rahmenprogramm ergänzt, bevor sich die Auswahl am Donnerstag für zwei Testspiele nach Tschechien begibt.

Zwar logieren die Streethockeyspieler nicht im Hotel, sondern in der Herisauer Zivilschutzunterkunft Bleiche. Und die Akteure kommen nicht aus städtischen Zentren wie Zürich, Genf, Lugano oder Bern, sondern die Streethockey-Vereine der obersten Spielklasse sind in kleineren Destinationen wie Oberwil, Bonstetten-Wettswil, Sierre, Bettlach oder Belp beheimatet. Berührungspunkte zum Eishockey gibt es trotzdem. Nationaltrainer Sébastien Pico ist Geschäftsführer des EHC Visp; Andy Jorns, der für die Torhüterschulung teilweise am Camp teilnimmt, war einst Eishockey-Nationalgoalie; die Ausrüstung mit Stock, Helm und Schonern kommt dem eishockey-gewohnten Beobachter als «Light-Version» vor. «No Ice + No Skates + No Problems»: So wird auf einer Internetseite Streethockey definiert.

«Noch im Aufbau»
Entsprechend der Jugendlichkeit der Sportart überrascht es nicht, dass der Nationaltrainer sagt: «Solche mehrtägige Zusammenzüge sind etwas Neues für uns.» Die Delegation fühle sich im Appenzellerland sehr wohl und gut betreut. «Die Bedingungen und die Infrastruktur sind in jeder Hinsicht hervorragend.» Die Anweisungen durch Sébastien Pico und seinen Assistenten Thierry Thalmann erfolgen gemischt in deutsch und französisch. Die Übungsformen ähneln jenen im Eishockey. Die Spieler, die in Turnschuhen im eisfreien Banden-Oval des Sportzentrums das Passspiel und die Angriffsauslösung üben, haben sich an andere Dimensionen und die neue taktische Ausrichtung zu gewöhnen. «In der Schweiz spielt man mit vier gegen vier Feldspieler auf einem kleineren Feld, international mit fünf gegen fünf auf grösserem Feld.» Entwickelt habe sich die Sportart in den Achtzigerjahren vor dem Hintergrund, dass sich in Dörfern Gleichgesinnte zum Beispiel auf dem Schulhausplatz oder eben auf der Strasse zum «Hockeyspiel» getroffen hätten; es bildeten sich erste Turnierformen. Schliesslich wurden die Liga und Strukturen geschaffen, die national und international griffen.

Tägliches Koch-Budget
Von den Regeln, von der Fortbewegungsart, vom Material her bestehen Unterschiede zum Unihockey, Landhockey, Rollhockey oder Inlinehockey. Hat man einst mit Tennisbällen gespielt, werden nun spezielle Kunststoffbälle benützt. «Manche Aspekte sind noch im Aufbau.» Streethockey gehört unterdessen zu den von Swiss Olympic anerkannten Sportarten. Der Anfang des Trainingslagers, das von Appenzellerland Sport organisiert wird, galt noch weniger der technischen und taktischen Schulung, sondern vor allem der Teambildung. Am Samstag folgte der Wanderung von Urnäsch auf die Schwägalp die Fahrt auf den Säntis und die Übernachtung auf dem Ostschweizer Hausberg. Der Sonntag stand im Zeichen von Schwimmen und Grillieren, trotz des zum Teil regnerischen Wetters. Von Montag bis Mittwoch wird zweimal täglich in der Eishalle trainiert. Für die Verpflegung in Herisau ist an jedem Tag ein anderer Mannschaftsteil verantwortlich – am Montag waren die Verteidiger für das Essen zuständig, mit einem Budget von 250 Franken für die ganze Delegation notabene. «Das fördert den Teamgeist und macht Freude», erklärt Pico.

WM 2009 als Ziel
Das Training wird ergänzt durch Besprechungen und die Benützung der Sportzentrum-Infrastruktur wie Sauna und Kraftraum. Am Donnerstagmorgen tritt das Team die Fahrt nach Pilsen (Tschechien) an. Nicht die gesamten Reise- und Aufenthaltskosten kann der Verband (Swiss Streethockey Association) tragen; die Spieler kommen selber für einen Teil auf. Zum Kader von Herisau stossen weitere Akteure, die sich eben mit der Junioren-Nationalmannschaft in Kanada aufgehalten haben. In Pilsen findet 2009 die Weltmeisterschaft statt. Dort gut abzuschneiden ist das Ziel. Am Freitag und Samstag trifft das Schweizer Team nun zweimal in Test-Länderspielen auf Tschechien, das mit Kanada und der Slowakei eines der führenden Länder im Streethockey ist. Die Schweiz belegte vor zwei Jahren im «A-Pool» den sechsten Platz. «Dieser entspricht etwa unserem Leistungsvermögen.» In der Nacht auf Sonntag ist die Ankunft in Herisau vorgesehen, womit der Zusammenzug zu Ende geht.

Appenzell AusserrhodenAppenzell Ausserrhoden / 07.07.2008 - 14:41:00