Stöckelschuhe als Neujahrsvorsatz
Simpel, aber schwierig einzuhalten: Ich möchte lernen, mit Stöckelschuhen zu laufen - sofern ich nicht schon an Silvester mit gebrochenen Haxen im Spital liege.
Alle Jahre wieder. Diese doofen, überflüssigen, nicht-einzuhaltenden, verhaltenswidrigen, unsozialen Neujahrsvorsätze. Ich kann sie nicht ausstehen, sie verursachen mir immer Magengeschwülste. Vielleicht darum, weil ich sie in meinem jungen Leben leider schon zu oft missbraucht, gebrochen und verlogen haben.
Ewige Ausrederei
Doch irgendwie gehören sie einfach zum Silvester, wie die Milch zur Kuh oder der Schmutzli zum Samichlaus. Eigentlich bin ich ja selber schwachsinnig, mir mit diesen Vorsätzen schon bereits am ersten Tag des neuen Jahres ein Bein zu legen und mich ins Nirvana aus Rechtfertigungen und Ausreden zu katapultieren. Doch, wer’s glaubt, wird scheinbar selig.
Ultimativer geht’s nicht
Daher habe auch ich zum Schluss dieses Jahres wieder mit meinem Super-Ego einen Super-Neujahresvorsatz ausgeklügelt. Für eine Diät ist mir meine Lebensqualität schlicht zu schade, für eine Verkleinerung meines Mundwerkes reichen leider die anatomischen Voraussetzungen nicht und für mehr Engagement im Haushalt fehlt mir ein grösseres Herz. Da hilft nur noch ein Vorsatz der anderen Art.
Mein ultimativer Vorsatz für das Jahr 2008 ist Folgender: Ich möchte die Kunst des Laufens in Stöckelschuhen lernen. Mindestabsatz sind zehn Zentimeter, Farbe egal, spitz sollten sie vorne sein.
Reine Prophylaxe
Doch wie kommt man eigentlich zu solch einem bescheuerten Vorsatz? Weil ich High-Heels einfach schön finde und gerne einmal ein Paar kaufen möchte. Und ganz wichtig: Sollte ich je einmal ein Super-Star werden, müsste ich mit dem Lauftraining mit Stöckelschuhen über den roten Teppich nicht von Null beginnen. Rein prophylaktisch gesehen.
Ich werde mir das Paar Schuhe noch in diesem Jahr kaufen und wenn es sein muss mit auf den Klosterplatz schleppen, um sie dann um Mitternacht an meine Füsse schnallen zu können. Amen.
Vorsatz gebrochen, Knöchel gebrochen
Wie ist es nochmals mit der Einhaltung von Vorsätzen? Sind die nicht da, um bereits wenige Minuten nach dem Korkenknallen wieder zu brechen?
Zugegeben, ich gehöre zu jener Sorte Menschen, die das machen – ohne schlechtes Gewissen. Daher weiss ich jetzt schon, dass ich bereits in den jungen Stunden des neuen Jahres mit einem (oder zwei?) gebrochenen Haxen im Notfall liegen werde und Stöckelschuhe weiterhin bis an mein Lebensende verfluchen werde – mögen sie noch so schön sein.
Noch nie habe ich einen Vorsatz gleichzeitig so geliebt wie auch gehasst.



























