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Stars in Halle 7

Sie muhen empört oder begucken die Besuchermassen gelangweilt. Sie gehören der Rasse Schweizer Braunvieh an, haben riesengrosse Euter und sind die Stars der Halle 7: Kühe, das Wahrzeichen der OLMA.

Manche Tiere wirken etwas einfältig – aber nur die hornlosen. Hörner dürfen wenigstens noch die Bullen tragen. Sie blicken melancholisch aus grossen dunklen Augen und tragen prächtige Appenzeller-Halfter mit getriebenen Messingfiguren.

Unter dem Kraushaar fühlt sich die Haut des jungen Stiers sehr warm an. Eine Frau erkundigt sich besorgt nach der Körpertemperatur der Kühe. «38,5 Grad», beruhigt ein junger Bauer.

Vor Kühen wird gewarnt
Die schwarzen Angus-, cognacfarbenen Limousin- und weissen Charolais-Rinder sind klein und temperamentvoll. Die Mutterkühe mit ihren Kälbchen reagieren aggressiv, wenn jemand dem Jungtier zu nahe tritt. Ein Warnschild mahnt zur Vorsicht. Das wirkt. Auch kleine Kühe können furchteinflössend sein, wenn sie wehrhafte Mütter sind.

«Mmmhh, das gäbe schöne warme Mäntel», ruft eine Frau begeistert aus und krallt sich im dichten Wollhaar eines Schafes fest. Das braune Schaf – zwar duldsam, aber nicht blöd – blickt indigniert auf. Es wird rasch durch streichelnde Kinderhände getröstet.

Publikumslieblinge sind die Ziegen, vor allem die rahmweissen Saane-Ziegen, eine hornlose Milchziegenrasse mit schwarz getupftem Euter. Viel Bewunderung ernten die lustigen Buren-Ziegen aus Südafrika mit ihren rostbraun gefleckten Köpfen, hübschen langen Hängeohren und nach hinten gebogenen Hörnern.

Wilde Ziegen
Die frechste ist die gemsfarbene Gebirgsziege mit schwarzem Aalstrich auf dem Rücken und dunklen «Stiefeln». Sie soll noch Spuren des ursprünglichen Schweizer Ziegenschlags in sich tragen und sieht nicht nur «wild» aus.

Sie lassen sich willig liebkosen – und knabbern dabei alle erreichbaren Kleidungsstücke begeistert an. Sie sind verspielt und tragen Scheinkämpfe mit drolligen Sprüngen aus. Gleich daneben bietet die Ziegenkönigin in Appenzeller Tracht Ziegen-Würste und -Käse an.

Schnecken-Schreck
Die geflügelten Schönheiten mit Schwimmfüssen stammen aus Pommern: Die Pommernenten haben schimmerndes schwarzes Gefieder und einen weissen Brustlatz. Nur noch 60 Züchter pflegen diese Rasse in der Schweiz. Sie legen nicht nur Eier, sie vertilgen auch massenhaft Schnecken.

Vom Aussterben bedroht ist auch die schneeweisse Diepholzer Gans aus Norddeutschland. Bis ins 20. Jahrhundert waren Gänse wichtige Fleischlieferanten. Ihre Federn wurden als Schreibkiele verwendet, die Daunen für Decken und Kissen. Heute gibt es fast keine Gänseherden mehr. Gänse werden oft paarweise gehalten, denn sie sind sogar bessere Wächter als Hunde.

Gut abgeschottet hinter Glas picken und scharren adrette Appenzeller Barthühner, die fast papagei-bunten Gockel und die niedlichen Appenzeller Spitzhaubenhühner. Pro Specie Rara bewahrte sie vor über 20 Jahren gerade noch rechtzeitig vor dem Aussterben.

Vermehrt gepflegt wird die widerstandsfähige einheimische Dunkle Europäische Biene: «Hilft gegen alle Arten von Müdigkeit, speziell auch gegen Heimatmüdigkeit», steht auf der Etikette des Honigglases.

Appenzell InnerrhodenAppenzell Innerrhoden / 17.10.2008 - 08:42:00