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Sprengkörper aus erstem Weltkrieg beseitigt

Seon/AG. Sprengkörper aus erstem Weltkrieg beseitigt Gestern Morgen wurden in einem leerstehenden Gebäude zwei scharfe Sprengkörper gefunden. Spezialisten entschärften sie und brachten sie kontrolliert zur Explosion. Über 120 Anwohner mussten vorübergehend evakuiert werden.

Beim Räumen eines leerstehenden Gebäudes einer Erbengemeinschaft an der Reussgasse stiessen Privatpersonen am Montagmorgen, 11. Oktober 2010, in einem Stollen unterhalb der Garage auf die verdächtigen Gegenstände. Die Personen verständigten richtigerweise sofort die Kantonspolizei. Die ausgerückten Beamten erkannten sofort, dass es sich um militärische Sprengkörper handelte. In der Folge bot die Kantonspolizei Fachleute der Armee (Kampfmittelbeseitigung) und des Wissenschaftlichen Forschungsdienstes Zürich auf. 
 
Diese Spezialisten bestätigten im Verlauf des Nachmittags, dass von den stark verrosteten und eindeutig scharfen Sprengkörpern nach wie vor ein erhebliches Risiko ausging. Bei den beiden Sprengkörpern handelte es sich einerseits um eine sogenannte Flügelmine französischer Herkunft. Der andere Munitionskörper konnte nicht eindeutig identifiziert werden, dürfte aber ähnlicher Art sein. Beide stammen aus der Zeit des ersten Weltkriegs und dürften rund hundert Jahre alt sein.
 
Nach einer gründlichen Planung leiteten die Einsatzkräfte am Abend die Entschärfung der beiden Sprengkörper ein. Kurz vor Mitternacht gelang es den  Spezialisten, die Munition vor Ort zu entschärfen. Sie transportierten diese in eine Kiesgrube ausserhalb des Dorfes und brachten sie dort kontrolliert zur Explosion. 
 
Die Detonationen waren im Umkreis von rund zehn Kilometern zu hören. Um jede Gefährdung ausschliessen zu können, wurden die Bewohner von rund 20 Liegenschaften in der unmittelbaren Umgebung ab 20 Uhr evakuiert. Die über 120 Betroffenen wurden in einem Mehrzweckgebäude untergebracht und verpflegt. Sie konnten um 23.30 Uhr in ihre Häuser zurückkehren. An dieser Stelle dankt die Kantonspolizei allen Betroffenen für ihr Verständnis und die tadellose Befolgung der Anordnungen.
 
 Die Kantonspolizei, welche den Einsatz leitete, wurde von der Regionalpolizeien Seetal und Lenzburg
unterstützt. Die Evakuierung, welche reibungslos ablief, lag in den Händen der Regionalen Führungsorganisation (RFO) und des Gemeinderates Seon. Im Einsatz standen auch die Feuerwehren Seon-Egliswil, Hallwil und Oberes Seetal, welche den Verkehr umleiteten, den Brandschutz sicherstellten und auch bei der Evakuierung Unterstützung leisteten. Schliesslich stand vorsorglich auch eine Ambulanz bereit.
 
Es ist unklar, woher genau die Sprengkörper stammen und wie diese in den Besitz des vor über einem Jahr
verstorbenen Eigentümers gekommen waren. Die Kantonspolizei hat Ermittlungen eingeleitet und prüft
auch, ob sich im Gebäude weitere Munition befindet. 
AargauAargau / 12.10.2010 - 09:11:44