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Spektakuläre Funde im Historischen Museum

St.Gallen. Im Historischen und Völkerkundemuseum sind überraschend Skizzen aus dem 16. Jahrhundert gefunden worden. Die Zeichnungen galten als verschollen.

In einer alten Truhe im Historischen und Völkerkundemuseum St.Gallen sind überraschend Skizzen eines aus dem 16. Jahrhundert stammenden Totentanz-Gemäldes aus Wil zum Vorschein gekomen. Die Zeichnungen galten als verschollen.

Mitarbeiter des Museums wollten die Truhe für eine Münzen-Ausstellung verwenden und fanden beim Öffnen die zehn gerollten grossformatigen Skizzen. Museumsdirektor Daniel Studer bezeichnete den Fund am Mittwoch an einer Medienorientierung als «recht spektakulär».

Die Skizzen wurden zwischen 1879 und 1886 von einem unbekannten Künstler in Wil angefertigt. Sie zeigen Totentanz-Szenen einer aus dem Jahr 1527 stammenden Wandmalerei im Beinhaus der Kirche St. Peter. Das Beinhaus wurde 1886 abgerissen, nur die Skizzen der spätgotischen Wandmalerei blieben erhalten.

Verschollen geglaubt

Laut Studer dürften die Zeichnungen Ende des 19. Jahrhunderts nach St.Gallen gelangt sein. Die Rollen aus dünnem Pauspapier wurden später auf festeres Papier aufgezogen. In Fachkreisen galten die Bildrollen bis zu ihrer Wiederentdeckung als verschollen. Nun werden sie von einem Papierkonservator behandelt.

Einen zweiten interessanten Fund machten Mitarbeiter beim Öffnen eines Buffets in einem historischen Raum des Museums: Sie stiessen unverhofft auf ein Porzellan-Waschset des zweitletzten Abtes der Fürstabtei St. Gallen, Beda Angehrn, der von 1767 bis 1796 amtierte.

Die Schale und der Wasserkrug werden in einer kommenden Porzellan-Ausstellung im Museum gezeigt, wie Kuratorin Monika Mähr erklärte. Sie habe aus alten Unterlagen von der äbtlichen Waschschüssel gewusst, diese aber nie gefunden. Die zufällige Wiederentdeckung komme für die Ausstellung sehr gelegen.

Das Museum – eine Fundgrube
Für Museumsdirektor Daniel Studer kamen die Funde nicht allzu überraschend. Das Historische und Völkerkundemuseum besitze einen grossen Fundus an Objekten, die noch nicht alle inventarisiert seien. Studer führte die Medienleute durch den Estrich des Museums mit seinen zahlreichen Regalen, Schränken, Truhen und Ablagen.

Das 1921 eröffnete Museum erhielt in der Anfangszeit zahlreiche Schenkungen. Mangels Geld für einen richtigen Museumsbetrieb wurden die Objekte zumeist eingelagert. Nun ist seit sechseinhalb Jahren der Historiker Achim Schäfer daran, die Schätze zu inventarisieren.

Das Museum sei noch immer «eine Fundgrube» sagte Studer. So besitze man zahlreiche Objekte aus Afrika, deren Herkunft nicht dokumentiert sei. Um bei der Bestimmung dieser völkerkundlichen Schätze weiter zu kommen, plant das Museum für 2010 die Durchführung einer internationalen Ethnologen-Tagung in St.Gallen.

St.GallenSt.Gallen / 04.03.2009 - 14:53:06