Sozialversicherungen im steten Wandel
TG. Im Jahr 2007 hat das Amt für AHV und IV Zahlungen von 824 Millionen Franken ausgelöst.
Am 13. Mai 2008 haben Regierungsrat Kaspar Schläpfer und Vertreter des Amtes für AHV und IV über die aktuelle Entwicklung informiert. Schläpfer zeigte sich an der Medienkonferenz stolz, in einer Schweiz politisch tätig sein zu dürfen, die über ein so gutes Sozialversicherungssystem verfüge. Das schweizerische Sozialversicherungssystem ruhe vor allem auf den drei Säulen AHV, IV und Ergänzungsleistungen. «Dank dieses Systems wird für alle Rentnerinnen und Rentner ausreichend gesorgt, so dass es keine Altersarmut mehr in der Schweiz gibt. Und dank dieses Systems wird für alle Menschen mit Behinderung ausreichend gesorgt, so dass Behinderte möglichst unabhängig leben können», sagte Schläpfer. Das Amt für AHV und IV leiste hierfür einen wichtigen Beitrag und habe zudem den grössten Umsatz aller kantonalen Ämter: Von Arbeitgebenden und Selbständigerwerbenden wurden letztes Jahr 374 Millionen Franken an Beiträgen einbezahlt und von der Ausgleichskasse 824 Millionen an Leistungen ausbezahlt.
Dynamik nimmt zu
Amtschef Anders Stokholm wies in seinen Ausführungen auf die Veränderungen hin, die der Bereich der Sozialversicherungen in den letzten Jahren erlebt hat. Laut Stokholm nimmt die Dynamik zu, ausgelöst durch die Diskussionen rund um die Finanzierung der Sozialwerke und die Ausrichtung der Invalidenversicherung auf die Integration. Die in Kraft getretene 5. IVG-Revision sowie die gegenwärtig debattierte 11. AHV-Revision verändern die Arbeit der ausführenden Institution massgeblich. «Verwalten und Administrieren treten in den Hintergrund, individuelle, am Kunden orientierte Dienstleistungen gewinnen an Bedeutung», so Stokholm.
Ausbezahlte IV-Leistungen stagnieren
Die Ausführungen der Abteilungsleiter des Amtes für AHV und IV unterstrichen diese Veränderungen. Daniel Bühler, Abteilungsleiter Beiträge, orientierte über die Einführung der neuen AHV-Nummer. Ab dem 1. Juli 2008 erhalten alle Rentenbezüge und Arbeitnehmende eine dreizehnstellige, vollkommen anonymisierte AHV-Nummer samt einem dazugehörigen neuen Ausweis. René Forrer, Abteilungsleiter Leistungen, zeigte die Entwicklung bei den Ausgaben der Ausgleichskasse auf. Während die ausbezahlten Leistungen in der IV seit 2004 stagnieren (2007: 113 Millionen Franken), steigen sie in der AHV (2007 gegenüber 2006 um 6,9 Prozent auf 399 Millionen Franken) und in der EL (2007 gegenüber 2006 um 3,6 Prozent auf 74,4 Millionen Franken).
Wenn auch die Ausgaben der Familienausgleichskasse in den vergangenen Jahren bei 45 Millionen Franken stagnieren, so sinkt nach Auskunft von Markus Gächter, Abteilungsleiter Zentrale Dienste, der Vermögensbestand, da seit 2004 der Beitragssatz niedrig gehalten wird, um Reserven abzubauen. Diese sind mit 41 Millionen Franken Ende 2007 noch so hoch, dass der Beitragssatz auch 2008 und 2009 trotz höheren Kinder- und Ausbildungszulagen nicht erhöht werden muss.
Am grössten dürften sich aber die Veränderungen auf die Arbeit der IV-Stelle auswirken. Nach Einschätzung von Kurt Roth, Abteilungsleiter IV, führt die Umsetzung der 5. IVG-Revision zu einem eigentlichen Kulturwandel in der IV. «Sanieren durch Eingliedern» und «Schnelligkeit vor Präzision» lauten zwei der neuen Leitsätze, die das Bundesamt für Sozialversicherungen den IV-Stellen vorgegeben haben. Angesichts hoher Pendenzenberge eine Vorgabe, die nicht von einem Tag auf den anderen realisiert werden könne, so Roth. Doch im Jahr 2007 habe die IV-Stelle eine Reorganisation durchgeführt, die das Erreichen der Zielsetzungen innerhalb der nächsten Jahre ermöglichen solle. Wichtig sei dies nicht nur für die IV-Stelle selber, sondern auch für das Image, das unter langen und umständlichen Verfahrensdauern gelitten habe.
Die AHV und IV Thurgau ist unter www.ausgleichskasse.ch und www.iv-stelle.ch erreichbar. Dort werden Formulare angeboten, die direkt am PC ausgefüllt werden können. Ebenfalls direkt über diese Internetseiten können aktuelle Merkblätter bestellt oder ausgedruckt werden. Auch der E-Mailverkehr mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Ausgleichskasse und der IV-Stelle ist möglich.



























