Solide unterwegs
Weinfelden. Die Thurgauer Kantonalbank hat sich im ersten Semester in ihrem Kerngeschäft gut behauptet.
Im Zuge der Einbrüche an den Börsen und Finanzmärkten entwickelte sich das indifferente Geschäft hingegen rückläufig. Der Bruttogewinn von 81.4 Millionen Franken liegt rund 15 Prozent unter dem Vorjahr. Der ausgewiesene Halbjahresgewinn von 30.1 Millionen Franken entspricht dem sehr guten Wert des Vorjahres. Die Bilanzsumme beträgt 15.303 Milliarden Franken.
Die TKB hat das erste Halbjahr 2008 gut gemeistert und ist auf Budgetkurs. Trotz Margendruck und anhaltend starkem Wettbewerb im Ausleihungsgeschäft konnte die Thurgauer Marktführerin den Ertrag aus dem Zinsengeschäft gegenüber dem Vorjahr noch leicht steigern. Der Erfolg aus dem Zinsengeschäft, bedeutendster Ertragspfeiler der TKB, beträgt 123.6 Millionen Franken (+ 1.6 Prozent oder 2.0 Millionen). Dagegen schrumpften im Vergleich zu den Rekordwerten des Vorjahres die Erträge aus dem indifferenten Geschäft. Grund dafür sind die markanten Einbrüche an den Börsen und Finanzmärkten im ersten Semester des Jahres. Der Erfolg aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft sank um 22.3 Prozent (- 9.7 Millionen) auf 33.9 Millionen Franken. Der Erfolg aus dem Handelsgeschäft beträgt 4.1 Millionen Franken, was ein Minus von 58.6 Prozent (- 5.8 Millionen) bedeutet. Im ersten Semester sind der TKB neue Anlagegelder im Umfang von über 200 Millionen zugeflossen.
Halbjahresgewinn auf Vorjahreshöhe
Mit 166 Millionen Franken liegt der Betriebsertrag der TKB 7.6 Prozent (- 13.6 Millionen) unter dem Wert des Vorjahres. Der Geschäftsaufwand stieg im Vorjahresvergleich nur moderat an, obwohl hier geplante Einmalkosten für die Einführung einer neuen Informatik-Plattform zu Buche schlagen. Dies betrifft insbesondere den Personalaufwand, der auf 46.3 Millionen Franken anstieg (+ 5.4 Prozent oder + 2.4 Millionen). Der Sachaufwand sank auf 38.4 Millionen Franken (- 3.7 Prozent oder – 1.5 Millionen). Die Kosten/Ertrags-Relation (Cost/Income-Ratio) beträgt 51 Prozent. Der Bruttogewinn der TKB reduzierte sich im Vergleich zum Vorjahr um 15.1 Prozent (- 14.5 Millionen) auf 81.4 Millionen Franken. Auf weiterhin sehr tiefem Niveau präsentieren sich die Wertberichtigungen, Rückstellungen und Verluste im Umfang von 2.8 Millionen Franken (-1.5 Prozent). Das zeigt, dass sich die Thurgauer Wirtschaft bislang als robust erweist und die Auswirkungen der Finanzkrise noch kaum Spuren hinterlassen haben. Massgebliche Kennzahl für die betriebliche Leistung ist das Zwischen- ergebnis (Betriebsergebnis). Dieses beträgt 70.8 Millionen Franken (- 16.7 Prozent oder -14.2 Millionen) und ist im Mehrjahresvergleich das zweitbeste je erzielte Semesterergebnis der TKB. Per Mitte Jahr alimentiert die TKB die Reserven für allgemeine Bankrisiken mit 39 Millionen Franken (Vorjahr 51 Millionen). Der ausgewiesene Halbjahresgewinn liegt mit 30.1 Millionen Franken praktisch auf dem Höchstniveau von Mitte 2007 (- 0.7 Prozent oder – 0.2 Millionen).
Ausleihungsvolumen erhöht
Die Bilanzsumme der TKB beträgt Mitte Jahr 15.303 Millliarden Franken, was einen Zuwachs von 1.9 Prozent (+ 279.7 Millionen) bedeutet. Im hart umkämpften Ausleihungsgeschäft konnte die TKB ihre marktführende Stellung behaupten und ein Volumenwachstum realisieren. Die Ausleihungen dehnten sich um 1.7 Prozent (+ 227 Millionen) auf 13.979 Milliarden Franken aus. Die Forderungen gegenüber Kunden wuchsen im ersten Semester 2008 um beachtliche 7.6 Prozent (+ 122.9 Millionen) auf 1.740 Milliarden Franken. Auch im äusserst stark umkämpften Hypothekargeschäft kann die TKB zu Jahresmitte ein leichtes Plus vermelden. Die Hypothekarforderungen betragen 12.239 Milliarden Franken (+ 0.9 Prozent oder + 104.1 Millionen). Der Festhypotheken-Anteil beträgt 69 Prozent (Ende 2007: 73 Prozent).
Stabile Kundengelder
Die wichtigste Refinanzierungsquelle der TKB sind die Kundengelder. Hier konnte die TKB das Volumen um 2.0 Prozent (+ 152.2 Millionen) auf 7.751 Milliarden Franken ausweiten. Ein Abfluss resultierte bei den Verpflichtungen gegenüber Kunden in Spar- und Anlageform, die Ende Juni 4.310 Milliarden Franken betragen (- 6.9 Prozent oder – 320.9 Mio.). Im Zuge steigender Zinsen investierten zahlreiche Kunden parkierte Spargelder in höher verzinste Anlageinstrumente wie Festgelder oder Obligationen. Wachstum erzielen konnte die TKB bei den Übrigen Verpflichtungen gegenüber Kunden, die sich auf 3.442 Milliarden belaufen (+ 15.9 Prozent oder + 473.1 Millionen). Auch Kassenobligationen wurden aufgrund des höheren Zinsniveaus wieder stärker nachgefragt. Der Bestand stieg um 6.5 Prozent (+ 60.4 Millionen) auf 985.2 Millionen Franken.
Ausblick auf das zweite Semester
Die unsichere Börsenentwicklung sowie die schwer absehbaren Konsequenzen der Finanzmarkt- krise auf die internationale und nationale Realwirtschaft machen eine zuverlässige Prognose für das zweite Semester 2008 anspruchsvoll. Die wirtschaftliche Dynamik wird an Tempo einbüssen; das Zinsniveau dürfte leicht ansteigen. Anhalten werden der starke Wettbewerb und der Margen- schwund im Ausleihungsgeschäft. Wie sich die Börsen und Finanzmärkte im zweiten Semester entwickeln, ist unsicher. Sollte sich das Umfeld nicht weiter verschlechtern, geht die TKB davon aus, den für 2008 budgetierten Bruttogewinn von knapp 150 Millionen Franken erreichen zu können.
Was die TKB 2008 bewegt hat
Qualitätspreis: Im Rahmen der Verleihung des nationalen Qualitäts-Awards «Esprix» durfte die TKB im Februar 2008 als erste Bank der Schweiz einen Preis entgegennehmen. Der Preis für «Zielkonsequenz und kontinuierliche Verbesserung» honoriert das Bestreben der TKB, sich laufend zu verbessern. Bundespräsident Pascal Couchepin lobte in seiner Rede an der Preisverleihung die TKB als starkes Finanzinstitut, das es beispielhaft verstehe, kundenorientiert und erfolgreich zu arbeiten.
Neue Informatik-Plattform: Über das erste August-Wochenende hat die TKB die Bankenplattform des Schweizer Anbieters Avaloq in Betrieb genommen. Diese ist unter anderem auch bei der St.Galler und der Luzerner Kantonalbank im Einsatz. Der Wechsel auf die neue Plattform ist das grösste und komplexeste Informatik-Projekt, das die TKB je in Angriff genommen hat. Die in Zusammenarbeit mit Avaloq und der Swisscom-Tochter Comit realisierte Einführung ist planmässig und gut verlaufen.
Stelle für aller Lernenden: Erneut bot die TKB 2008 allen Lehrabgängern eine Stelle an, damit die jungen Berufsleute nach der Ausbildung erste Erfahrungen sammeln können. Anfang August haben 21 neue Lernende ihre kaufmännische Ausbildung bei der TKB gestartet.
Engagement für Kultur und Sport: Im Rahmen ihres Sponsoring-Engagements unterstützt die TKB immer wieder kantonale Grossanlässe. 2008 war die TKB unter anderem Sponsorin des Schweizer Gesangfestes in Weinfelden, des Thurgauer Armbrustschützenfestes in Sulgen oder des Thurgauer Jugendturnfestes in Arbon. Im September 2008 führt die TKB bereits zum achten Mal eine Thurgauer Talentnacht für junge Künstlerinnen und Künstler durch.
Kurz-Porträt
Mit rund 750 Mitarbeitenden und einer Bilanzsumme von über 15 Milliarden Franken zählt die Thurgauer Kantonalbank (TKB) zu den zwanzig grössten Banken in der Schweiz. Das gesamtbankweit ISO-zertifizierte Finanzinstitut ist die Thurgauer Marktführerin und offeriert umfassende Leistungen für Private, KMU und die öffentliche Hand. Die Bank ist eine öffentlich-rechtliche Anstalt und gehört zu 100 Prozent dem Kanton Thurgau. Den gesetzlich verankerten Leistungsauftrag zugunsten einer starken Wirtschaft nimmt die TKB verantwortungsvoll wahr. Sie bildet über 60 Lernende aus und engagiert sich als Sponsorin und Mäzenin für Sport, Kultur und Gesellschaft im Thurgau.



























