Sofortmassnahmen gegen Gerüche eingeleitet
Herisau/Schwellbrunn. Die Geruchsbelästigung nimmt kein Ende. Jetzt leitet das Amt für Umwelt Sofortmassnahmen ein. Betriebseinschränkungen sind nicht ausgeschlossen.
In grossen Teilen von Herisau sind in den vergangenen Tagen erneut massive Geruchsbelästigungen durch die Biogasanlage der Jakob Bösch AG aufgetreten. Bewohner klagen wieder. Das kantonale Amt für Umwelt leitet jetzt Sofortmassnahmen ein.
Seit letzter Woche haben sich erneut zahlreiche Bewohner in der Umgebung von Herisau-Schwellbrunn beim Kanton und den Gemeinden über wiederkehrende Belästigung durch Gerüche aus der Biogasanlage der Jakob Bösch AG in Aedelswil/Schwellbrunn beklagt. Am Dienstagabend war in Herisau – entlang der Schwellbrunnerstrasse ab Einlenker H+S bis Johannisbad – überall ein starker Schweinestallgeruch feststellbar.
Am Mittwoch, 13. Februar, war gleicherorts immer noch ein Geruch nach verwesendem Grünzeug in der Luft. Und seit Mittwoch-Nachmittag haben sich die Belästigungen in Schwellbrunn und später in weiteren Gebieten von Herisau massiv verstärkt.
Betroffene berichten auch, dass die üblen Gerüche bevorzugt in Kleidern und Räumen hängen bleiben und die Belästigung dadurch verstärken. Das Öffnen der Fenster während der Nacht sei nicht mehr möglich. Die Betroffenen fühlen sich in ihrem Wohlbefinden massiv gestört und sind nicht länger bereit, derartige Einschränkungen der Wohn- und Lebensqualität zu dulden.
Betriebsbeschränkungen nicht ausgeschlossen
Die häufigen Klagen und die Wahrnehmungen im Umfeld der Anlage zeigen deutlich: Die bisherigen betrieblichen Vorkehren genügen offenbar nicht, um die Geruchsentwicklung in Schranken zu halten. Weil die geplanten technischen Massnahmen in den Bereichen Biogasanlage und Futterküche voraussichtlich erst Ende März wirksam werden, leitet das Amt für Umwelt jetzt Sofortmassnahmen ein. Die Planung der Abfallverarbeitung und die Verarbeitungsprozesse werden auf die Leistung der Abluftbehandlungsanlagen abgestimmt. Anlageteile, die Geruchsstoffe freisetzen, werden besser und laufend kontrolliert, um umgehend auf Ausnahmesituationen reagieren zu können. Und Massnahmen, die den Einsatz von Chemikalien bedingen oder einschneidende Betriebsbeschränkungen werden nicht ausgeschlossen. [space]
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