SOB 2007: Erfolgreich und «geflirtet»
St.Gallen/Herisau. Die SOB blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2007 zurück. Betriebserfolg und Jahresgewinn liegen deutlich über dem Vorjahr.
Das teilt das Unternehmen mit. Der Verkehrsertrag stieg um mehr als 5%. Alle elf FLIRT-Züge sind in Betrieb. Hingegen trübt die finanzielle Lage der Pensionskasse den Blick in die Zukunft.
Die Schweizerische Südostbahn (SOB) hat den Geschäftsabschluss 2007 veröffentlicht. 11.9 Mio. Passagiere legten in den Zügen der S-Bahn und des Voralpen-Express über 182 Mio km zurück. Durchschnittlich reiste ein Passagier 15.4 km weit. 82% aller Personen sind mit einem Abonnement (General- oder Verbundabonnement) unterwegs.
Leistung mit Komfort
Die Strecken Einsiedeln – Wädenswil oder Degersheim – St.Gallen entsprechen der Reisedistanz des Durchschnittpassagiers der SOB. Das zeigt, welch geballte Leistung auf kurzer Strecke diese Regionalbahn täglich erbringt. Die SOB will nicht nur befördern, sondern dem Gast auch Komfort bieten. Mit den elf neuen spurtschnellen, komfortablen und schnittigen FLIRT-Zügen wurden 2007 Massstäbe im regionalen Personenverkehr gesetzt. Auch die Passagierzahlen im Winter 2008 zeigen deutlich nach oben. Im Dezember 2007 wurde das Angebot im Kanton Schwyz zwischen innerem und äusserem Kantonsteil massiv verbessert und in St.Gallen wird die SOB eine wichtige Rolle beim Ausbau der S-Bahn bis 2013 spielen.
Jahresgewinn eine halbe Million
Bei einem Gesamtaufwand von 115 Mio Franken wurde ein Betriebserfolg von 659’000 Franken erwirtschaftet. Ins Gewicht fallen die Personalaufwendungen mit 42%. Sachkosten und Abschreibungen schlagen mit 57% zu Buche. Darin widerspiegeln sich u.a. die hohen Investitionen, welche der Bahnbetrieb mit sich bringt. Der Jahresgewinn von 485’000 wird zu 85% rückgestellt zum Ausgleich möglicher zukünftiger Fehlbeträge, denn das Finanzierungssystem im öffentlichen Verkehr erlaubt keine Gewinnmaximierung, was den unternehmerischen Spielraum einengt.
Personalvorsorge ausfinanzieren
Dies wird der SOB beim Vorsorgewerk in der Sammelstiftung Ascoop schmerzhaft in Erinnerung gerufen. Für eine ausreichende Deckung fehlen über 40 Mio. Franken. Diese Summe kann und will die Bahn nicht aus eigener Kraft aufbringen. Die SOB leistet – zusammen mit dem versicherten Personal – einen Beitrag an den harten Sanierungskurs. Eine Lösung lediglich mit der Hoffnung auf hohe Renditen der angelegten Mittel führe nicht zum Ziel, schreibt das Unternehmen. «Die SOB unterstützt deshalb die Forderung der SBB zur Ausfinanzierung der Pensionskasse durch den Bund, verlangt aber gleich lange Spiesse für die Privatbahnen, denn die Ursachen für die Unterfinanzierung sind sich ähnlich», heisst es weiter. Jahrelang seien, bedingt durch gesetzliche Bestimmungen zur Lohnsystematisierung, versprochene Leistungen nicht richtig ausfinanziert worden. Dadurch sollten die Kosten für die Besteller des Regionalverkehrs moderat gehalten werden. Die SOB abschliessend: «Wird dem Ansinnen zur Ausfinanzierung der Pensionskasse Ascoop von der Politik nicht auch Rechnung getragen, führt dies zu einer Wettbewerbsverzerrung und die SOB-Angestellten müssten sich als Eisenbahner 2. Klasse vorkommen.»



























