Skrupellose Räuberbande überführt

Zürich. Der Jugenddienst der Stadtpolizei hat ein aufwändiges Ermittlungsverfahren gegen neun mehrheitlich jugendliche Täter abgeschlossen, welche mehrere Raubstraftaten an Passanten begangen haben.

Den Fall ins Rollen brachte am 28. September 2008 ein Raubüberfall im Skaterpark Kloster-Fahr-Weg im Kreis 6. Vier Täter überfielen drei Männer und erbeuteten dabei einen geringen Geldbetrag. Drei der vier jugendlichen Räuber konnten kurz nach der Tat durch die Polizei verhaftet werden. Die Befragungen durch den Jugenddienst der Stadtpolizei Zürich führten daraufhin zum vierten Täter. Im weiteren Verlaufe der Ermittlungen gestanden die vier Verhafteten, an weiteren Raubstraftaten mit weiteren Tätern beteiligt gewesen zu sein. Die Überfälle verübten sie in verschiedener Zusammensetzung und an verschiedenen Örtlichkeiten auf dem Gebiet der Stadt Zürich.

Hohe Gewaltbereitschaft und Skrupellosigkeit
Von der Deliktssumme her, es geht hier Total um nicht einmal 1000 Franken, sind die Fälle nicht aufsehenerregend. Erschreckend ist jedoch die hohe Gewaltbereitschaft und die Skrupellosigkeit der Jugendlichen, wie folgendes Beispiel zeigt: Zwei Männer im Alter von 23 und 25 Jahren überquerten am 21. September 2008 gegen 1 Uhr im Kreis 4 einen Fussgängerstreifen. Einer der beiden wurde dabei durch einen Personenwagen leicht angefahren. Zwischen dem Fahrzeuglenker und den Fussgängern entstand ein verbaler Disput. Ein Trio aus dem nunmehr überführten Täterkreis beobachtete dies von der gegenüberliegenden Strassenseite her und begab sich zum Unfallort. Wer nun denkt, dass sie helfen wollten, sieht sich getäuscht. Zwei von ihnen gingen zu den Fussgängern hin und verlangten ihre Portemonnaies. Dann deckten sie die Opfer, ohne weitere Worte zu verlieren, mit Faustschlägen ins Gesicht ein. Mit 150 Franken Beute suchten sie anschliessend das Weite. Beide Opfer erlitten Prellungen im Kopf- und Oberkörperbereich.

Motiv: Geldbeschaffung
Insgesamt konnten den neun beteiligten Personen neun Raubstraftaten nachgewiesen werden. Zwei der Verhafteten müssen sich zudem wegen Hehlerei bzw. wegen einem Fahrzeugaufbruch verantworten. Bei den Tätern handelt es sich um einen 19-jährigen und fünf 17-jährige Schweizer, einen 17-jährigen Italiener, einen 16-jährigen Afghanen sowie einen 14-jährigen Griechen. Als Motiv wurde in erster Linie die Geldbeschaffung für Alkohol, Luxus- und Konsumgüter genannt. Alle Beteiligten sind unterdessen wieder auf freiem Fuss, sie werden sich jedoch vor der Jugendanwaltschaft und, im Falle des bereits Erwachsenen Täters, vor der Staatsanwaltschaft verantworten müssen.

Stadt Zürich / 16.12.2008 - 09:50:00
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