Situationsanalyse der Museumslandschaft liegt vor
SG. In Zukunft soll es im Kanton St.Gallen eine kohärente und nachhaltig wirksame Förderstrategie für die Museen geben.
Zu diesem Zweck wurde vom Amt für Kultur in einem ersten Schritt eine Analyse der kantonalen Museumslandschaft in Auftrag gegeben. Als nächstes soll in der direkten praktischen Arbeit mit lokalen und regionalen Museen zu deren Weiterentwicklung beigetragen werden.
Im Kanton St.Gallen bestehen 66 Museen, die massgeblich zur Erhaltung des kulturellen Erbes beitragen und als Plattformen zur kreativen Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Themen im Spannungsfeld von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft einladen. Viele der Museen, die sich zu je rund der Hälfte in ortsgeschichtliche sowie in Kunst-, Erlebnis- oder Themenmuseen aufteilen, sind vor rund 20 bis 30 Jahren unter grossem ehrenamtlichen Einsatz aufgebaut und stetig weiter entwickelt worden. Bei vielen stellt sich derzeit die Frage, wie sie den Generationenwechsel bewältigen und den wachsenden Anforderungen an Museen genügen können.
Weiterentwicklung notwendig
Aus diesem Grund hat das Amt für Kultur die Firma MuseVM, Museumberatung und Ausbildung, beauftragt, die Museumslandschaft zu analysieren. Aus der Situationsanalyse geht hervor, dass die Museen im Vergleich zu anderen Kantonen untereinander wenig vernetzt sind, ihr Marktauftritt oft nicht den heutigen Anforderungen entspricht und die Mehrzahl für den anstehenden Generationenwechsel und die wachsenden Anforderungen schlecht gerüstet ist. In vielen der meist mit grossem Engagement ehrenamtlich geführten Institutionen fehlt es mangels Ressourcen auch an professionellem Know-how und die Nachfolgeproblematik ist hoch.
In zahlreichen Bereichen, wie etwa in der Dokumentation, der Inventarisation sowie der Präsentation besteht Handlungsbedarf, da sonst das Wissen rund um die Sammlungsobjekte verloren zu gehen droht. Zugleich sind die Sammlungskonzepte regional beziehungsweise überregional zu koordinieren.
Praxisphase mit Pilotprojekten
Im Winterhalbjahr 2009/2010 soll deshalb eine einjährige sogenannte „Praxisphase“ gestartet werden mit Pilotprojekten in mehreren Regionen des Kantons. Museen, welche sich weiterentwickeln wollen, sollen mit Unterstützung externer Fachleute und zusammen mit anderen Museen aus der Region an der Weiterentwicklung der eigenen Institution arbeiten. Mögliche Themen dieser Praxisphase können die Herausgabe von Familienführern durch die Region, die Vernetzung der Museen mit dem regionalen Tourismus, die Sammlungskoordination in einer Region oder die effiziente Dokumentation von Objektgeschichten sein. Vom Kanton initiierte Weiterbildungsangebote vor Ort sollen zu einer Professionalisierung beitragen, wobei das in den Workshops erworbene Wissen an andere Museen und Regionen weitergegeben werden soll.
Der Kanton beabsichtigt, damit einen Weiterentwicklungsprozess zu initiieren. Basierend auf den in dieser Phase gemachten Erfahrungen soll im Anschluss daran eine kantonsweite Förderstrategie für die Museen entwickelt werden.
Netzwerke festigen
Mit der Praxisphase sollen sich auch Netzwerke festigen, die dem Kanton und anderen interessierten Kreisen kompetente Ansprechpartner sein können. Ein Museumsnetzwerk erleichtert den Austausch der Museen untereinander sowie die Vernetzung mit Partnern aus verschiedensten Bereichen wie Bildung, Tourismus und Wirtschaft.



























