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«Sind die HarmoS-Gegner nur Ideologen?»

Bissegg. Thurgau24.ch-Leser Arthur Bossart, glaubt nicht dass durch «HarmoS» alles besser wird, schreibt er in einem Leserbrief.

In einer Medienkonferenz des Regierungsrats sagt Frau Knill, in der Debatte zum HarmoS-Konkordat prallten derzeit ideologische Vorstellungen über die Schulpolitik aufeinander, die mit dem Harmonisierungsprojekt Harmos nichts zu tun hätten.

Mit dieser Aussage könnte man unterschwellig verstehen, die Harmosgegner seien simple Ideologen und deshalb nicht glaubwürdig. Frau Knill scheint sich aber selbst nicht bewusst zu sein, dass HarmoS selbst einem ideologischen Denken entspringt. Ein Denken, das sich sagt, dass der Mensch alles selber machen könne, man müsse es nur richtig machen. Ob HarmoS aber wirklich der richtige Weg ist, wird die Zukunft beweisen. Und wenn man sich der Abstimmungsparolen unserer Regierung aus früherer Abstimmungen erinnert, so weiss man, dass Regierungsversprechen und Realität leicht gegensätzlich sein können. Namentlich denke ich an die Abstimmung zur Stromliberalisierung. Vor dieser Abstimmung wurde dem Volk versprochen: «Bei einer Annahme dieses Artikels wird der Strom billiger werden». Es ist uns nun bekannt, dass der Strom wegen der Liberalisierung nun viel teurer werden wird. Bei HarmoS, so fürchte ich, wird es kaum besser herauskommen.

Im Schulblatt Thurgau 9/2008 ist zu entnehmen, dass durch HarmoS strukturelle Eckdaten wie Schuleintritt, Schuldauer und so weiter vereinheitlicht werden. 2 Sätze weiter kann man dann lesen, dass bei den Lehrmitteln für Englisch in der Primarschule sich die Kantone der EDK-Ost hingegen nicht auf ein gemeinsames Standardwerk einigen konnten. So werden für die Primarschule in St. Gallen, Appenzell Ausserrhoden und Thurgau nicht dasselbe Englischlehrmittel verwendet wie in Zürich und Schaffhausen. Das heisst, wer mit seinen Kindern von St. Gallen oder Thurgau nach Zürich umzieht, wird trotz HarmoS mit anderen Lehrmitteln zu tun haben. Meines Wissens nach findet man auch in den Ausbildungen im Pädagogischen Bereich in verschiedenen Kantonen unterschiedliche Anforderungen. Wer also meint, dass mit HarmoS alle Unterschiede zwischen den Kantonen verschwinden, der wird ziemlich bald enttäuscht sein.

Aus Diskussionen mit HarmoS-Befürworter konnte ich entnehmen, dass man durch frühen Schuleintritt ein vereinheitlichtes Denken anstreben möchte, damit die Ausländer integriert und die Inländer angepasst werden. Dadurch sollen nach ihrer Vorstellung Religionen wie Christentum, Judentum, Islam, Buddhismus etc. friedlich nebeneinander leben können. Eine solche Vereinheitlichung des Denkens führt uns aber früher oder später in einen totalitären Staat, dessen Konturen wir bereits jetzt schon erkennen können.

Wenn unsere Regierungsrätin jetzt uns sagt: «Die Ablehnung des Projekts ändere im Thurgauer Schulwesen nichts, verursache aber Kosten.», so kommt dies, so meine ich, einer Erpressung der Stimmbürger gleich und verdient deshalb nur ein «Nein, so nicht!»

ThurgauThurgau / 30.10.2008 - 08:13:00