«Sich wehren können»
AI. Die Gewaltbereitschaft in der Gesellschaft wird immer grösser, immer häufiger ereignen sich Angriffe und Überfälle auf Frauen und Mädchen. Wie kann man sich schützen?
Viele Leute sähen Mitteleuropa als «Insel der Seeligen», das sei einfach nicht mehr so, meint Richard Woda aus Oberegg, Leiter der Swiss Security School Woda & Co. In den letzten Jahren hat die Gewaltbereitschaft in der Gesellschaft massiv zugenommen. Schlägereinen, Raubüberfälle und sexuelle Übergriffe gehören mittlerweile auch in der Schweiz zum Alltag. Besonders betroffen sind Kinder, Frauen und ältere Personen. Sie werden oft zur Zielscheibe der Täter, da sie meist körperlich unterlegen und deshalb wehrlos sind. Opfer müssen aber nicht wehrlos sein. Mit guter Technik und dem nötigen Hintergrundwissen können Frauen lernen gefährliche Situationen zu erkennen, Übergriffe vorzubeugen und sich im Ernstfall zu schützen.
Kurse in der Ostschweiz
An mehreren Orten in der Ostschweiz, darunter auch in Herisau, werden Selbstschutzkurse für Frauen angeboten. In Herisau finden Abendkurse vom 1. April bis zum 1. Mai statt sowie ein Wochenendkurs am 5. und 6. April. Während zwölf Stunden werden den Mädchen und Frauen die wichtigsten Tipps und Tricks bezüglich Selbstschutz beigebracht. Der Kurs wird fachlich angeleitet von Richard Woda, der seit 15 Jahren in der Privatsicherheit tätig ist und befasst sich hauptsächlich mit der Prävention. «Die Realität ist kein Sport», so Woda, und spricht dabei auf den Boom bei den Kampfsportschulen an. Sicherlich seien Kampfsportschulen eine gute Sache und behilflich beim Aufbau des Selbstbewusstseins, aber bis eine Frau in einer Kampftechnik ein Level erreicht hätte, das zur Selbstverteidigung geeignet sei, könne es Jahre dauern.
Eine Fluchtmöglichkeit schaffen
Der Kurs soll, so das Hauptziel, den Teilnehmerinnen aufzeigen, was sie aktiv unternehmen können, um Gefahrensituationen zu vermeiden beziehungsweise extrem zu vermindern. Der Frauen Selbstschutzkurs ist keine Garantie dafür, dass den Teilnehmerinnen nichts geschehen wird. Frauen und Mädchen lernen zum einen, wie man Gefahren rechtzeitig erkennt und sie umgehen kann, zum anderen, wie Frauen richtig beobachten und diese Beobachtungen korrekt an die zuständigen Stellen weitergeben. Die im Kurs behandelten Selbstverteidigungstechniken dienen ausschliesslich der Befreiung und damit der Schaffung einer Fluchtmöglichkeit. Zudem werden auch Themen behandelt, die einer Frau helfen können, sich im Alltag sicherer zu fühlen. Das richtige Parkieren in einer Tiefgarage bei Nacht oder die Stressbewältigung während eines Angriffs können schon über Leben und Tod entscheiden. Weitere Informationen zum Kurs und weitere Kursdaten sind unter www.frauenselbstschutz.ch zu finden.
Zur Person Richard Woda
Richard Woda ist in Wien geboren und lebt seit zwei Jahren in der Schweiz in Oberegg. Er ist seit 1993 in der privaten Sicherheit tätig. Von 1993 bis 2005 hat er für einen der Ranghöchsten Wiener Polizeioffiziere in dessen privatem Sicherheitsunternehmen gearbeitet. 1998 hat Woda in Zusammenarbeit mit Beamten der Wiener Polizei einen Selbstschutzkurs für Frauen, Mädchen und Kinder entwickelt, der laufend den sich ändernden Voraussetzungen angepasst wurde. Richard Woda hat in seinen Kursen in Wien jedes Jahr zirka 250 bis 300 Frauen im Selbstschutz unterrichtet. Die Teilnehmerinnen waren zwischen zwölf und 94 Jahren alt und viele unter ihnen sind vorher schon einmal attakiert und gar verprügelt oder vergewaltigt worden. Seit je her hat Woda sich daran gestört, dass immer die Schwächerern die Opfer sind. So hat er sein Hobby zum Beruf gemacht und möchte dort eine Unterstützung bieten, wo es dieser bedarf. In Planung ist auch bereits ein Selbstschutzkurs für Männer, ausserdem bildet Woda auch privates Sicherheitspersonal aus.



























