
«Serbien träumt von solidarischem Europa»
St. Gallen. Für Serbien sei die Solidarität Europas kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit: Das hat Boris Tadic, Präsident der Republik Serbien, am Symposium gesagt.
Die Europäische Union sei kein Allheilmittel, sagte Boris Tadic. Dennoch strebe Serbien den Beitritt zur EU an; denn die Union sei das Fundament für Friede und Wohlstand in Europa. Allerdings, räumte Tadic ein, habe er den Eindruck, eine EU-Mitgliedschaft Serbiens sei weiter weg als vor fünf Jahren.
Dabei sei ein rascher EU-Beitritt für Serbien zentral für die Zukunft, genau so wie für andere Länder im westlichen Balkan. Serbien habe heute eine moderne Demokratie und freie Medien; der Fall der Berliner Mauer vor 20 Jahren und des eisernen Vorhangs habe auch die Republik Serbien schwungvoll nach vorne gebracht.
Er hoffe, sagte Tadic, die EU wähle beim Westbalkan nicht die Fluchtstrategie. Seine Republik träume von einem solidarischen Europa. Und eine zusätzliche Erweiterung der EU diene ganz Europa.
Ilves: Energiesicherheit wichtig
Toomas Hendrik Ilves, Präsident der Republik Estland, stellte die gegenwärtige Finanz- und Wirtschaftskrise in einen grösseren Zusammenhang. Vor 20 Jahren sei die Berliner Mauer gefallen, die Welt und speziell Europa hätten eine fundamentale Neuordnung erlebt.
Die Angst vor einem Atomkrieg sei plötzlich weg gewesen, sagte Ilves. Neue Märkte seien eröffnet worden. Die momentane Krise werfe die Welt und Europa nicht mehr soweit zurück; sie lasse zwar Kapital und Gewinne schrumpfen. Wer vor 1989 nicht in Osteuropa gelebt habe, hat sich laut Ilves sehr an stetes
Wachstum gewöhnt.
Die Krise sei nicht das grösste Problem Europas, sagte der Präsident der Republik der Estland. Vielmehr habe die EU die Energiesicherheit im Auge zu behalten. Denn es könne nicht sein, dass ein Land mit grossem Gasvorkommen einfach den Hahn zudrehe.