Sensation vor 100 Jahren: Ein Tram ergänzte die RhW-Bahn
Walzenhausen/AR. 1896 wurde die Rheineck-Walzenhausen-Bergbahn (RhW) eröffnet. Im Oktober 1909 wurde die Anlage mit einer Trambahn ergänzt. Das mit Benzin betriebene Gefährt wurde als Sensation gebührend bestaunt.
Die als Standseilbahn mit gleichmässigem Gefälle konzipierte Rheineck-Walzenhausen-Bergbahn verband das Dorfzentrum von Walzenhausen mit der Talstation Ruderbach. Passagiere hatten nach der Bahnfahrt den 700 Meter langen Weg zum SBB-Bahnhof Rheineck zu Fuss oder mittels aufgebotenem Fuhrwerk zu bewältigen. Vor allem noble Gäste der grossen Hotels empfanden den Fussmarsch samt Gepäck als Zumutung.
Umsteigen statt marschieren
1903 bewilligte die Bundesversammlung in Bern den Betrieb einer Trambahn. Wegen Bauarbeiten rund um den Bahnhof Rheineck verzögerte sich die Verwirklichung der Verbindungsbahn. Am 2. Oktober 1909 aber war es endlich soweit, und das mit Benzin betriebene Gefährt konnte seiner Bestimmung übergeben werden. Im erweiterten Stationsgebäude im Ruderbach konnten nun die Passagiere trockenen Fusses in den Wagen der Bergbahn umsteigen, womit der beschwerliche Fussmarsch der Vergangenheit angehörte
Zusätzlich ein elektrisches Tram
Um bei Pannen gewappnet zu sein, erhielt die Bahn Anfang 1910 einen zweiten, mit elektrischem Strom betriebenen Tramwagen. Die Totalsanierung der Rheineck-Walzenhausen-Bahn in der zweiten Hälfte der 1950er Jahre bedeutete auch das Ende der Trambahn. Seit dem 1. Dezember 1958 sorgt der heutige RhW-Triebwagen für die durchgehende Verbindung von Walzenhausen bis zum SBB-Bahnhof Rheineck, wobei im Ruderbach Halte auf Verlangen eingelegt werden.



























