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Sektenhochburg Thurgau?

In letzter Zeit zog Scientology weltweit immer wieder die Aufmerksamkeit auf sich. Wie sieht es im Thurgau aus mit Sekten und Freikirchen?

Der Thurgauer Boden ist allem Anschein nach ein guter Nährboden für Sekten und Freikirchen. Dies zeigt sich im Gespräch mit Dr. Georg Otto Schmid, Mitarbeiter der Informationsstelle Kirchen-Sekten-Religionen. Muss man befürchten, bald unter der Herrschaft von radikalen Gruppierungen zu leben?

«Im Kanton Thurgau ist die Quote der Sekten und Freikirchen vergleichsweise hoch. In einigen Gemeinden haben Sekten oder eine Freikirchen gar schon Überhand gewonnen und fast alle Einwohner sind Mitglieder. Vielen Bürgern im Thurgau ist es sicherlich nicht bewusst, aber sie leben inmitten einer florierenden Freikirchenszene», so Schmid. Die zwei bekanntesten und grössten Gruppierungen im Thurgau sind oder waren das St. Michaels Werk im Raum Dozwil und der Verein zur Förderung der psychologischen Menschenkenntnis VPM im Hinterthurgau um Dussnang.

Seit einigen Jahren ist es um die Vereinigungen ruhig geworden. Man weiss, dass im ganzen Thurgau Gruppierungen existieren. Schon seit Jahren gibt es diese Szene. Da das Zusammenleben bisher gut geklappt hat, ist nicht zu erwarten, dass der ganze Thurgau vom Vereinigungsstrudel mitgerissen wird.


St. Michaels Werk
Die St. Michaelsvereinigung (auch St. Michaelswerk) ist eine nach dem Erzengel Michael benannte religiöse Gemeinschaft in der Schweiz; von Ritus und Lehre her handelt es sich um eine katholische Freikirche.

Sie wurde von Paul Kuhn (1920-2002), einem Gärtner, zusammen mit dem Medium Maria Gallati (1919-1988) gegründet und eröffnete Ende 1971 ein Zentrum in Dozwil, Kanton Thurgau, nachdem Kuhn im Anschluss an eine Fahrt nach San Sebastian de Garabandal in Kantabrien, Spanien, von Marienerscheinungen berichtet hatte.

Die Michaelsvereinigung trat erstmals im Frühjahr 1988 in Dozwil mit ihren apokalyptischen Botschaften vom nahe bevorstehenden Weltende an die Oeffentlichkeit. Nach dem Aufruhr und nicht eingetretener Vorhersagen wurde es um Paul Kuhn und die Seinen ruhiger.

In einer etwa 2000 Personen fassenden Kirche zelebriert die St. Michaelsvereinigung Gottesdienste mit Predigt und Messfeier. Seit 1991 ruft sie aufgrund einer Botschaft von Johannes dem Täufer zum Kirchenaustritt auf und steht Menschen aller Konfessionen offen.

ThurgauThurgau / 23.01.2008 - 16:08:00