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«Seid so wie ihr seid»

Heiden. Die Stiftung Waldheim als grösste Appenzeller Institution lud zur Filmpremiere «Behindert, verhindert, bemindert?».

«Seid so wie ihr seid», lautete der Ratschlag für den Umgang mit Menschen mit Behinderung aus der Runde.

Die Stiftung Waldheim bot dem engagierten Filmer Christoph Pflüger Gelegenheit, Menschen mit einer Behinderung in ihren sechs Häusern intensiv filmisch zu begleiten. Das Resultat, ein ungeschöntes und beeindruckendes Filmdokument, wurde am vergangenen Montag anlässlich des internationalen Tages der Behinderten in Heiden uraufgeführt.

Danach folgte unter dem Vorsitz von Fernsehmann Erich Gmünder eine engagierte Podi–umsdiskussion mit Christoph Pflüger, Filmer, Eros Plüss, Bewohner im Wohnheim Schönenbüel in Teufen, Susanne Bärlocher, Schwester eines Bewohners, Gabriela Kaspar-Dudli, Institutionsleiterin Quimby Huus in St. Gallen, Carol Cecchinato, Gestaltungs- und Maltherapeutinim Wohnheim Schönenbüel, und Dr. Niklaus Rast, Stiftungsrat der Stiftung Waldheim.

Zeitfaktor – Ort der Gemächlichkeit
Die Diskussionsrunde sah im Film verschiedene Schwerpunkte wie die Farbigkeit der Bewohner, die sie in das Leben von nichtbehinderten Menschen herüberbrächten, das Engagement von Menschen mit einer Behinderung, aber auch vom Betreuungsteam und den veränderten Zeitfaktor.

Die Gemächlichkeit und Geduld, mit der Menschen mit Behinderung ihre Verrichtungen erledigten, die aber auch das Betreuerteam aushalten müsste. Carol Cecchinato stellte fest, dass die Ruhe, die Gemächlichkeit jeden Menschen im Moment festhalten würde und als Betreuerin merke sie dann, wie schön der Moment, das Hier und Jetzt, sein könne.

Betreffend Akzeptanz in der Bevölkerung wand Eros Plüss der Bevölkerung von Teufen ein Kränzchen. Er würde viele schöne Gespräche führen auf seinen Ausfahrten ins Dorf. Gabriela Kaspar-Dudli unterstrich, dass der Umgang mit Menschen mit einer Behinderung eine grosse positive Wandlung vollzogen habe und dennoch würde die heutige Gesellschaft mit ihrem Druck in der Wirtschaft neue Behinderte, Menschen mit psychischen Problemen, produzieren.

Authentisch sein
Zum Schluss gab es noch einige Tipps zum Umgang mit behinderten Mitmenschen. Gabriela Kaspar-Dudli riet: «Seid so wie ihr seid». Es gelte sich einzulassen, Hemmschwellen abzubauen, authentisch zu sein. Niklaus Rast zeigte sich überzeugt, dass der Umgang mit Menschen zu üben sei, damit die Ratlosigkeit beseitigt werden könne und Carol Cecchinato unterstrich, dass es Zeit brauche und ein regelmässiger Kontakt förderlich sei.

Susanne Bärlocher wünschte sich einen Kontakt in Achtung, Respekt und mit offenen Augen, um die Signale seines Gegenübers erkennen und respektieren zu können.


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Appenzell AusserrhodenAppenzell Ausserrhoden / 04.12.2007 - 11:36:00