Seepolizei feiert drei Jubiläen
Oberrieden/ZH. Montag, 1. Juni 2015. Die Seepolizei der Kantonspolizei Zürich feiert in diesem Jahr gleich drei Jubiläen. Deshalb lädt sie am Samstag, 13. Juni 2015, sowie am Sonntag, 14. Juni 2015, die Öffentlichkeit zu zwei Tagen der offenen Türe ein.
Das Kommando der Kantonspolizei Zürich verselbständigte per 1. August 1965 die Seepolizei mit einem vorläufigen Mannschaftsbestand von acht Mann. Die Dienstgruppe unterstand damals dem Chef der Verkehrsabteilung.
Bereits im Jahr 1944 hatte der Regierungsrat beschlossen, dass die Kantonspolizei Zürich einen Seepolizei-Dienst schaffen solle. Es wurden einige Polizisten der Verkehrspolizei zu Seepolizei-Spezialisten. 1945 konnte das erste Motorschiff für den Zürichsee beschafft werden.
Erst 20 Jahre später, per 1. August 1965, wurde aus den See-Spezialisten ein eigenständiger Dienst der Verkehrsabteilung. Ihre Unterkünfte hatte die Mannschaft in der Polizeikaserne an der Kasernenstrasse 29 in Zürich. Das Schiff war in Horgen stationiert.
Ausschlaggebend für den Beginn einer fundierten Ausbildung für Polizeitaucher war der tragische Tod eines 31-jährigen Kantonspolizisten bei einem Taucheinsatz im Rhein Ende 1964. Im Frühjahr 1965 wurde daraufhin bereits der erste dreiwöchige Tauchkurs für Polizeitaucher unter der Leitung eines externen Marinetauchers durchgeführt.
Der Name "Ausbildungszentrum der Kantonspolizei Zürich für Polizeitaucher" wurde 1967 international anerkannt. Inzwischen heisst das Tauchzentrum AZPT, Ausbildungszentrum für Polizeitaucher. Der Sitz ist in Oberrieden beim Seepolizeizug der Kantonspolizei Zürich.
Dem AZPT sind inzwischen 12 Polizeikorps aus der Deutschschweiz angeschlossen. Nebst Oberrieden hat das AZPT weitere dezentrale Ausbildungsstellen in den Kantonen Graubünden für das Eistauchen, Schaffhausen für das Flusstauchen und Thurgau für die Nitrox-Ausbildung.
Am 3. März 1975 kam der nächste Schritt: Nach rund 10-jähriger Planungs-, Bewilligungs- und Bauphase konnte das neue Betriebsgebäude in Oberrieden bezogen werden. Von Beginn an wurde das Seepolizei-Gebäude auch für die Schifffahrtskontrolle genutzt. Das Projekt umfasste im Wesentlichen einen eigenen Hafen mit Hebe- und Umschlaganlage, ein Verwaltungs- und Werkgebäude, Einstellräume für Wasser- und Strassenfahrzeuge, einen Werkhof im Freien, eine Zapfstelle und einen Kontrollturm.
1987 wurde das Gebäude, das mit den Jahren an seine räumlichen Kapazitätsgrenzen stiess, über der Schiffshalle um eine Etage aufgestockt. Im Obergeschoss entstanden Schreibräume für die Mannschaft und weitere Büroräumlichkeiten. In dieser Form ist das Gebäude bis heute im Betrieb.
Die Aufgaben der Seepolizei
Der Seepolizeizug der Kantonspolizei Zürich, mit Stützpunkt in Oberrieden am Zürichsee, ist ein Teil der Verkehrspolizei. Er überwacht den Verkehr auf dem Wasser und kommt mitunter in der ganzen Schweiz bei schwierigen Tauch-, Such- und Bergungsaktionen zum Einsatz.
Dabei nimmt er folgende Aufgaben wahr:
– Tatbestandsaufnahmen bei Unfällen auf und in Gewässern
– Suche und Bergung von Personen und Gegenständen in Gewässern
– Bergung von losgerissenen und gesunkenen Schiffen
– Betrieb der Öl- und Chemiewehr auf den schiffbaren Gewässern
– Betrieb und Auslösung der Sturmwarnung für alle Seen im Kanton Zürich sowie für den Obersee und den Sihlsee (Kantone Schwyz und St. Gallen)
– Kontrolle der Gewässer und Ahndung von Gesetzesverstössen zum Schutz von Menschenleben, Schiffsverkehr und Umwelt
– Prävention durch sichtbare Präsenz auf den Gewässern
– Bereitschaft, jederzeit in Not geratenen Personen und Tieren auf oder in Gewässern Hilfe zu leisten
Die Seepolizei koordiniert aber auch Einsätze der Seerettungsdienste und Feuerwehren bei Ereignissen auf und in Gewässern und unterstützt benachbarte Polizeikorps bei Grossanlässen. Im Winter berät sie die Gemeinden bei der Beurteilung der Eisqualität und der Freigabe zugefrorener Gewässer.



























