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Seeplattform Euro’08 geht auf Tauchstation

Eschenz. Am letzten Mittwoch haben die Organisatoren das Projekt „Seeplattform Euro’08“ auf dem Untersee zurückgezogen.

Die Gemeinden Stein am Rhein (SH), Öhningen (BRD), Mammern und Eschenz (beide TG) haben die Aufforderung des Bundes, sich an der Fussball-Europameisterschaft zu beteiligen, mit einer kühnen Projektidee angenommen.

Ziel war es, für die Bevölkerung eine besondere Attraktion zu schaffen, für die Region Untersee einen beachteten Markstein zu setzen und nicht zuletzt war es für diese vier Gemeinden auch eine spannende Möglichkeit der Zusammenarbeit über alle Grenzen hinweg. Mitten im untersten Unterseebecken sollte eine 340m2 grosse Seeplattform mit 150 gedeckten Sitzplätzen schwimmen. Mit freier Sicht auf die Leinwand und rundum auf den See, hätten alle Eurospiele gesichtet werden können.

Eine einfache Gastronomie hätte für die leibliche Füllung, eine autarke WC-Anlage für das Gegenteil gesorgt. Jetzt ist es aus und ein aufregendes Projekt ertrunken.

«Grosser Wermutstropfen an der ganzen Geschichte ist, dass das Projekt technisch machbar wäre, die benötigten Fr. 200’000.– beisammen sind, der Kanton Thurgau die Bewilligung in Aussicht gestellt hat und nun muss trotzdem abgesagt werden. Der Grund für die Absage liegt bei den Einsprachen», erklärt Thomas Kraft, Gemeindeammann Eschenz.

11 Einsprachen sind nach der Projektausschreibung eingegangen. Nach Verhandlungen mit den Einsprechenden und nachfolgenden Rückzügen, bleibt es jetzt an der Einsprache eines einzelnen Berufsfischers hängen. Die kantonalen Behörden stellten sogar ein Ablehnen auch dieser Einsprache in Aussicht, inklusive der aufschiebenden Wirkung.

Die Zeit ist allerdings so knapp, dass nicht einmal der juristische Ausgang entscheidend ist, sondern nur schon die Fristen ein Weiterfahren verhindern.

Thomas Kraft: «Von Anfang an war allen Beteiligten klar, dass es ein verrücktes, einmaliges, ehrgeiziges, aber auch kurzfristiges Unterfangen war, das auch scheitern konnte.»

Vorgespräche mit den Behörden des Kantons Thurgau verliefen viel versprechend, obschon die Abwicklung dieses nicht alltäglichen Gesuches dort scheinbar nicht nur Kopfzerbrechen, sondern auch unvorhergesehene Liegezeiten forderte.

«Auf der einen Seite gilt es, die demokratischen Rechte unseres Systems zu schützen, andererseits sollte es aber auch möglich sein, für einmalige Ideen im grossen öffentlichen Interesse auch mal über den Schatten springen zu können. Da haben sich einige wenige Menschen von einer eher intoleranten Seite gezeigt», so Kraft weiter

In Eschenz, wo die Projektorganisation wirkte, ist man gelassen enttäuscht. Dort, wie wohl auch in den anderen Gemeinden, werden die Spiele trotzdem öffentlich zu sehen sein. Die Leinwand, die auf dem See hätte strahlen sollen, wird jetzt in der Badi, nicht auf, aber am See zu geniessen sein. Und bereits haben sich einige, der sehr hilfsbereiten Sponsoren und Unternehmen, auch hier zum Mittun bereiterklärt.

«Schade – es ist eine einmalige Chance vertan, die sogar mit ideeller Unterstützung von Bundesrat Samuel Schmid, dem Sportminister versehen war», sagt Kraft.

ThurgauThurgau / 18.04.2008 - 07:01:00