Seelsorge und gesellschaftlicher Nutzen

Bei der Zusammenkunft des Kirchenrats der Evangelischen Landeskirche Thurgau mit dem Pfarrpersonal wurde über anstehende Herausforderungen informiert.

In der Frage, sich zum persönlichen Glauben zu bekennen, machte Kirchenratspräsident Wilfried Bührer einen gesellschaftlichen Wandel aus. Die Bereitschaft Kirchensteuer zu zahlen werde nicht mehr in erster Linie mit finanziellen Aspekten begründet, sondern häufig mit Glaube beziehungsweise Nichtglaube verbunden. Kirche mache nach evangelischem Verständnis das Hineinwachsen ins Leben und in eine Gemeinschaft aus, die sich durch eine Hierarchie der Gleichheit auszeichnet, in der alle mit ihren verschiedenen Gaben gleich berechtigt und gleich wichtig sind.

Pflege und Seelsorge Hand in Hand
Kirchenrat Lukas Weinhold orientierte über die Auswertung der Umfrage zur Heimseelsorge. Im Thurgau stünden unter öffentlicher und privater Trägerschaft insgesamt 2 650 Betten in Alters-und Pflegeheimen zur Verfügung. 55 % der dort lebenden Menschen gehören der Evangelischen Landeskirche an. Ihre seelsorgerliche Begleitung sei mit durchschnittlich 2 200 Heimbesuchen pro Jahr, was etwa 30 Besuchen pro Pfarrerin oder Pfarrer entspricht, sehr gut. Pro Institution werden im Schnitt 12 evangelische Andachten und 5 Abendmahls-Gottesdienste durchgeführt. Auch in den Spitälern wird der Verbindung von Seelsorge und pflegerischer Sterbebegleitung vermehrt Bedeutung zugemessen.

Was bringt Kirche der Wirtschaft?
Die Landeskirche beteiligte sich an einer Nationalfondstudie über gesellschaftliche Nutzen und Kosten von Religionsgemeinschaften. Das Gesamt-Kirchensteueraufkommen der Evangelischen Kirchgemeinden im Thurgau beträgt 38 515 000 Franken im Jahr 2007, wovon 4 172 000 Franken von juristischen Personen stammen und 4 692 000 Franken an die Landeskirche gingen. Um zu beantworten, welchen quantifizierbaren Nutzen die Kirche für die Gesellschaft erbringt, müsste man die freiwillige und ehrenamtliche Arbeit einbeziehen und die bezahlte Arbeit auf landeskirchlicher Seite mit dem Faktor 1.5 rechnen, bei den Kirchengemeinden sogar verdoppeln.

Thurgau / 10.01.2009 - 08:12:00
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