«Seelsorge begleitet und ermutigt»
Thurgau. Am 1. September hat Pfarrer Achim Menges die Nachfolge von Pfarrer Andreas Baumann als evangelischer Klinikseelsorger in der Humaine Rehaklinik Zihlschlacht angetreten.
Die offizielle Amtseinsetzung durch Kirchenrat Pfarrer Lukas Weinhold erfolgte im Bettagsgottesdienst.
An der feierlichen Amtseinsetzung des neuen Klinikseelsorgers an der Humaine Rehaklinik in Zihlschlacht, Pfarrer Achim Menges, nahmen Patienten, Angehörige, Klinikbedienstete, Mitarbeitende aus dem Freiwilligenteam und Gläubige von ausserhalb teil. Namens der Geschäftsleitung der Humaine Klinik, betonte Karin Marti die Wichtigkeit der Seelsorge für die Rehabilitation der Patienten. Die Klinikleitung traue der Seelsorge zu, dass sie Patienten auf dem Weg zur Genesung oder Wiedereingliederung begleitend unterstützen kann. So sind Pfarrer Achim Menges und seine katholische Amtskollegin Susanne Kohlbrenner zu gleichen Teilen von den jeweiligen Landeskirchen und von der Klinik angestellt. «Für mich war Ökumene in meinem ganzen Leben immer selbstverständlich», deswegen freut sich Menges über die Zusammenarbeit im Seelsorgeteam.
Jeder Mensch ist anders
Um sich seiner neuen Aufgabe als Klinikseelsorger widmen zu können, reduzierte der St. Galler Pfarrer sein Vollpensum als Pfarrer der Gehörlosengemeinde Ostschweiz. Selbstverständlich hätte ihn die Beziehung zu gehörlosen Menschen beeinflusst und aufmerksamer auf visuelle Kommunikation gemacht, trotzdem will Menges den persönlichen Umgang mit manchmal kommunikationseingeschränken Personen nicht damit vergleichen. «Gehörlose haben mit der Gebärdensprache ihre eigene Kultur entwickelt, in der sie sich wohlfühlen. Patienten mit Hirn- oder Nervenschädigung streben durch die Rehabilitation die bestmögliche Wiedereingliederung an. Jede und jeder hat dabei individuelle Voraussetzungen und Ziele» Obwohl Menges auch eine psychotherapeutische Ausbildung hat, versteht er sich ganz klar als Klinikseelsorger: «Mein Auftrag hier in Zihlschlacht ist die Seelsorge». Doch dass ihm therapeutische Erfahrungen und Kenntnisse als Hintergrundwissen dienen können, gesteht Menges zu.
Raum der Begegnung
Jeden Sonntag findet in der Humaine Rehaklinik Gottesdienst statt, den Achim Menges und Susanne Kohlbrenner abwechselnd gestalten. Zwar stehen die Gottesdienste grundsätzlich allen offen, doch werden sie nicht öffentlich ausgeschrieben, so wird der besonderen Situation der Patienten Rechnung getragen. Zusammen mit einem Team Freiwilliger ist die Klinikseelsorge auch für schonendes Bringen und Holen der Patienten mitverantwortlich. Um optimal auf die individuellen Bedürfnisse der Reha-Patienten einzugehen, zum Beispiel, wenn jemand mit Schluckbeschwerden das Abendmahl wünscht, braucht es Kontakt zu den Fachmitarbeitenden.
Dass der hauseigene Gottesdienstsaal «Raum der Begegnung» heisst, ist Menges sehr willkommen: «Seelsorge ist Begegnung. Begegnung, in der Vertrauen wachsen kann». Menges sieht, was Menschen in der Neurorehabilitation seelisch aber auch körperlich durchmachen und aushalten müssen. «Es ist etwas Besonderes, eine sehr wertvolle Arbeit, die wir als Kirche leisten, wenn wir Menschen in kritischen Lebensphasen begleiten und ermutigen dürfen.» Das ist es, was ihn zur Klinikseelsorge motiviert. Bestärkt durch die Einsetzungsworte und den Segen, den Kirchenrat Lukas Weinhold beim Einsetzungsgottesdienst gesprochen hat, freut sich Menges, über seinen Dienst am Evangelium und am Nächsten.



























