Sechs Pfahlbauersiedlungen bald in Welterbe-Liste?

Frauenfeld/TG. Der Regierungsrat des Kantons Thurgau befürwortet die Aufnahme von sechs Fundstellen von prähistorischen Siedlungen ins schweizerische Kandidatendossier der Pfahlbauten für das Unesco-Weltkulturerbe.

Der Regierungsrat des Kantons Thurgau befürwortet die Aufnahme von sechs Fundstellen von prähistorischen Siedlungen ins schweizerische Kandidatendossier der Pfahlbauten für das Unesco-Weltkulturerbe. Ausserdem hat er einen entsprechenden Bericht des Amtes für Archäologie zur Kenntnis genommen.

Das Amt für Archäologie hat im Auftrag des Regierungsrates die Frage der Aufnahme von thurgauischen Fundstellen ins Unesco-Kulturerbe geprüft. Ausgangspunkt war die auch vom Thurgau gebilligte «Liste indicative» des Bundesrates. Im Falle der Pfahlbauten geht es um die im Feuchtboden sehr gut erhaltenen Kulturschichten aus der Jungstein- und der Bronzezeit in Mitteleuropa. Aufgrund der Gespräche mit den betroffenen Gemeinden und Grundeigentümern sollen nun sechs von insgesamt zehn Fundstellen in die Liste aufgenommen werden. Diese befinden sich in den Gemeinden Arbon (Bleiche), Ermatingen (West), Eschenz (Werd), Gachnang (Niederwil), Hüttwilen (Nussbaumersee) und Mammern (Langhorn).

Die internationalen Arbeiten für das Kandidaturdossier sind noch im Gang und sollen im Herbst abgeschlossen werden. Daran schliesst sich ein mehrstufiges Prüfungsverfahren an. Die Chancen für die Aufnahme ins Welterbe werden als intakt angesehen. Im Bereich der mit dem Welterbe verbundenen Kontrollaufgaben zeichnet sich ab, dass diese in der Schweiz durch die Konferenz der Kantonsarchäologinnen und -archäologen kontrolliert und allenfalls auch durch das Bundesamt für Kultur unterstützt werden.

Die Aufnahme der Pfahlbauten als Unesco-Weltkulturerbe rechtfertigt sich dadurch, dass es weltweit keine prähistorische Archäologie gibt, die über derart präzise Datierungen verfügt wie die Pfahlbauforschung. Die Fundstellen besitzen deshalb ein riesiges wissenschaftliches Potenzial, das nicht nur Einblicke in vergangene Kulturen bietet, sondern auch für zahlreiche Naturwissenschafter von grossem Interesse ist. Die Erforschung der Pfahlbauten trägt seit Jahrzehnten massgeblich zu einem anschaulichen Bild der Vergangenheit bei. Das Wissen über die Anfänge der Besiedlung der Schweiz und des Alpenraums basiert über weite Strecken auf wissenschaftlichen Erkenntnissen aus den Pfahlbauten.

Thurgau / 14.05.2009 - 10:04:23
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